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13.01.2026
16:19 Uhr
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In Düsseldorf wird sechs Angeklagten unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Sie sollen Neonazis attackiert haben.

Gegen sechs mutmaßliche Linksextremisten läuft vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf ein Prozess wegen mutmaßlicher Angriffe auf Rechtsextremisten . Laut Anklageschrift der Bundesanwaltschaft sollen sich die Beschuldigten etwa an Attacken auf Geschäfte mit rechter Szenekleidung in Erfurt 2022 sowie an Angriffen auf mutmaßliche Teilnehmer eines Neonaziaufmarsches in der ungarischen Hauptstadt Budapest im Februar 2023 beteiligt haben. Den vier Frauen und zwei Männern werden laut Anklageschrift unter anderem versuchter Mord sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Bei den Attacken auf mutmaßliche Teilnehmer des jährlichen Neonazimarsches in Budapest wurden laut Anklage auch ein Hammer sowie Schlagstöcke etwa für Schläge gegen den Kopfbereich eingesetzt. Demnach sollen die Beschuldigten tödliche Verletzungen in Kauf genommen haben. Das Verfahren steht im Zusammenhang mit weiteren ähnlichen Verfahren vor deutschen Gerichten. Der Bundesanwaltschaft zufolge sollen die sechs Angeklagten zu einer militanten Gruppierung gehört haben, die sich spätestens Ende 2017 im Raum Leipzig formiert hat. Angeführt worden sein soll diese von der bereits rechtskräftig verurteilten Lina E. Sieben weitere mutmaßliche Mitglieder stehen seit November 2025 in Dresden vor Gericht. Auch ihnen wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Internationales Treffen von Rechtsextremen Im Sommer 2024 lieferte die deutsche Justiz zudem Maja T. nach Ungarn aus, wo ein Prozess wegen mutmaßlicher Beteiligung an den Angriffen auf Teilnehmer des rechtsextremistischen sogenannten "Tags der Ehre" läuft. Zu diesem Anlass versammeln sich jährlich Rechtsextreme, um an den Ausbruchsversuch von Wehrmacht- und SS-Soldaten aus dem von der Roten Armee umzingelten Budapest zu erinnern. Am 12. Februar 1945 waren dabei an einem einzigen Tag knapp 38.000 Zivilisten, fast 50.000 ungarische und deutsche Soldaten und etwa 80.000 sowjetische Soldaten getötet worden. Es handelt sich um das größte Treffen der rechtsextremen Szene in Europa. Die Beschuldigten in dem Düsseldorfer Verfahren, von denen vier während des Tatzeitraums noch als Heranwachsende galten, wurden im Januar und März vergangenen Jahres festgenommen. Alle sechs sitzen seither in Untersuchungshaft. Für das Staatsschutzverfahren sind mehr als 70 Hauptverhandlungstermine bis Mitte Januar 2027 angesetzt.