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29.05.2026
12:17 Uhr
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Die Absage einer Lesung des Autors Arne Semsrott in Magdeburg sorgte für Kritik. Inzwischen gibt es einen neuen Termin. Auch die Oberbürgermeisterin plant, teilzunehmen.

Die parteilose Magdeburger Oberbürgermeisterin Simone Borris plant, an einer Lesung des Autors und Aktivisten Arne Semsrott teilzunehmen. Das bestätigte ihr Pressesprecher der ZEIT. Demnach wird am 6. Juni vormittags eine Matinee in der Stadtbibliothek Magdeburg stattfinden, auf der Semsrott aus seinem Buch Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück liest. Der neue Termin sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Borris und Semsrott. »Die Oberbürgermeisterin wird die Veranstaltung in der Stadtbibliothek besuchen«, kündigte der Sprecher an. Hintergrund ist die Debatte über eine ursprünglich für den 5. Juni geplante Lesung Semsrotts in der Bibliothek, die vergangene Woche abgesagt worden war. Semsrott geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass politischer Druck – insbesondere vonseiten der AfD – zur Absage geführt hat. Sein Buch sei als »zu provokativ« wahrgenommen worden. Borris widersprach dieser Darstellung und sagte, sie habe keine Absage angewiesen, sondern lediglich »um Prüfung gebeten«. Der Vorfall sorgte für Kritik aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft . »Ein wahnsinnig wichtiges Zeichen« Am Donnerstag verkündete Semsrott im Gespräch mit der ZEIT die Einigung zwischen ihm und der Magdeburger Stadtverwaltung auf den Alternativtermin am 6. Juni. Dass die Lesung nun doch stattfinde, sei »ein wahnsinnig wichtiges Zeichen«, sagte der Projektleiter des Transparenzportals FragDenStaat. »Es zeigt, dass öffentlicher Druck wirkt und es sich lohnt, darum zu kämpfen, dass die öffentlichen Räume offen bleiben.« Nun sei nicht die Zeit, um sich »wegzuducken«, sondern die Zeit, »in den Konflikt zu gehen und das auch selbstbewusst zu tun«, sagte Semsrott. An Stadtverwaltungen appellierte er, sich vor ihre Institutionen zu stellen und der Zivilgesellschaft Rückendeckung zu geben. In Sachsen-Anhalt wird Anfang September ein neuer Landtag gewählt. Jüngsten Umfragen zufolge liegt die AfD deutlich in Führung und könnte die absolute Mehrheit der Sitze erreichen.