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06.10.2026
17:19 Uhr
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Der AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider ist vom Landtag in Sachsen-Anhalt zum Vizepräsidenten gewählt worden. Er erhielt fünf Stimmen mehr, als die AfD hat.

Die AfD stellt im Landtag von Sachsen-Anhalt auch einen Vizepräsidenten. Nach der Wahl des AfD-Abgeordneten Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten wurde dessen Fraktionskollege Hans-Thomas Tillschneider zu einem seiner Stellvertreter gewählt. Tillschneider erhielt 44 von 82 abgegebenen Stimmen – fünf Stimmen mehr, als die AfD hat. Woher die Stimmen kamen, bleibt wegen der geheimen Wahl unklar. Es gab 38 Nein-Stimmen und keine Enthaltung. CDU-Fraktionschef Sven Schulze schloss aus, dass CDU-Abgeordnete für Tillschneider gestimmt haben könnten: »Es gab aus der CDU keine Stimmen für ihn«, sagte er dem MDR. Vor der Abstimmung im Landtag habe es innerhalb der CDU-Fraktion eine Probeabstimmung gegeben. Es sei keiner dabei gewesen, »der gesagt hat, dass er mit ›Ja‹ abstimmt«, sagte Schulze. Auch der Fraktionsvorsitzende des BSW in Sachsen-Anhalt, Thomas Schulze, gab an, dass die BSW-Abgeordneten »definitiv« nicht für Tillschneider gestimmt hätten. Der als AfD-Rechtsaußen geltende Tillschneider sitzt seit 2016 für die AfD im Landtag, in der Partei ist er seit 2013. Auf ihn geht maßgeblich das Programm der AfD für eine mögliche Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt zurück, in dem unter anderem eine »Abschiebe- und Remigrationsoffensive« angekündigt wird. Der 1978 geborene Islamwissenschaftler ist zudem stellvertretender Landes- und Fraktionsvorsitzender der vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD in Sachsen-Anhalt. In der Vergangenheit hatte Tillschneider immer wieder mit Provokationen für Aufsehen im Magdeburger Parlament gesorgt. Auch seine Nähe zu Russland rief Kritik hervor.