Zeit 03.03.2026
18:49 Uhr

Kultur: Sasha Waltz tanzt wieder im Radialsystem


Kultur: Sasha Waltz tanzt wieder im Radialsystem
Die Tänzerin und Choreographin Sasha Waltz ist zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder fester Teil eines ihrer Stücke im Berliner Radialsystem. "Ich hatte mir vorgenommen, dass ich, wenn ich 60 bin, wieder anfangen möchte. Das habe ich jetzt auch geschafft", sagte die 62-Jährige bei einer Pressekonferenz in dem ehemaligen Pumpwerk an der Spree. Waltz wird bei dem Stück "for the time being" ab 10. März zu sehen sein. Tänze ohne Bühnenbild "Ich habe es mir eigentlich fast in jedem Stück vorgenommen, doch irgendwie mitzutanzen", sagte Waltz weiter. Nun hat es geklappt. In "for the time being" geht es um kollektives Erleben von Momenten. Die Tänze seien improvisiert, es gebe kein Bühnenbild, da es um die Körper und das Erleben im Augenblick gehe, sagte Waltz. Sie steht gemeinsam mit etwa sechs weiteren Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne. Das Publikum sitzt um die Tanzfläche herum. Die Bewegungen oder Geräusche der Zuschauer könnten in den Tanz und die Musik von Komponist Diego Noguera aufgenommen werden, hieß es. Auf der Radialsystem-Internetseite werden die Gäste gebeten, vor Betreten des Raumes die Schuhe auszuziehen und keine Mobiltelefone mitzunehmen. Waltz, gebürtige Karlsruherin, lebt und arbeitet in Berlin. Ihr Tanzensemble Sasha Waltz & Guests gilt als eine der wichtigsten Institutionen für zeitgenössischen Tanz. Nach Gefängnis: Maria Kolesnikowa wieder auf Bühne Das Comeback von Sasha Waltz ist aber nicht der einzige große Auftritt im Radialsystem in den kommenden Wochen: Am 9. April wird die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kolesnikowa erstmals nach ihrem über fünfjährigen Gefängnisaufenthalt wieder auf einer Bühne stehen. Über ihren Auftritt im Stück "#freemaria" verriet die 43-jährige Musikerin im Radialsystem, sie werde Flöte spielen und außerdem "viel über Freiheit sprechen". Mit "#freemaria" hatten Menschen für ihre Freilassung gekämpft. Kolesnikowa gehörte zu den Anführerinnen der Massenproteste in Belarus nach der Präsidentenwahl von 2020. Sie war im September 2020 festgenommen worden. Mehr als zwei Jahre befand sie sich eigenen Angaben zufolge in Isolationshaft, ohne Kontakt zu Angehörigen. Sie habe in dieser Zeit hunderte Bücher gelesen, berichtete sie im Januar in der ARD-Sendung "Maischberger". Durch Druck der USA kam Kolesnikowa gemeinsam mit 120 anderen Gefangenen im vergangenen Dezember frei. Sie lebt jetzt im Exil in Berlin. Sie wolle dort Ideen für den Kulturbereich verfolgen, die Brücken bauen, sagte sie bei "Maischberger". © dpa-infocom, dpa:260303-930-763171/3