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11.12.2025
16:29 Uhr
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Der Fastfoodanbieter McDonald's hat einen Werbespot zurückgezogen, der mit KI erstellt wurde. Das Video zieht in den sozialen Medien Kritik auf sich.

McDonald's hat einen mit künstlicher Intelligenz erstellten Weihnachtswerbespot wieder zurückgezogen. Das US-amerikanische Fastfoodunternehmen wurde nach der Veröffentlichung des Videos kritisiert – speziell in den Niederlanden. Im Video scheint es so, als wären Szenen in der niederländischen Metropole Amsterdam gedreht worden, obwohl das gesamte Video vollständig am Computer produziert wurde. Der Spot sollte aussagen, dass sich der Weihnachtstrubel nur in einem McDonald's-Restaurant aushalten lässt. Szenen zeigen etwa einen Weihnachtsmann, der im Stau steht, oder ein Chaos in einem Einkaufszentrum. In einer anderen Szene wird ein Mann von seinem Weihnachtsbaum aus dem Haus geschleudert, als er ihn aus seinem Netz befreien will. Danach sieht man den Unglücksraben leicht zersaust in eine McDonald's-Filiale gehen und lächelnd aufatmen. Dazu singt ein Chor im Hintergrund ein Lied, das in Anlehnung an den weithin bekannten Song It's the most wonderful time of the year ironisch nahelegt, dass Weihnachten die schlimmste Zeit des Jahres ist. Für Nutzerinnen und Nutzer von sozialen Medien war dies oftmals der falsche Ton. Viele kritisierten die nicht sehr weihnachtliche Botschaft. Die Reaktionen seien eine "wichtige Lernerfahrung", sagte ein McDonald's-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa in einer Reaktion auf die Kritik. Der Spot sollte "die stressigen Momente während der Feiertage in den Niederlanden zeigen". Durch die vielen negativen Kommentare im Internet hätte das Unternehmen aber festgestellt, dass es sich doch für viele Gäste vielmehr um die "schönste Zeit des Jahres" handelt. Einsatz von KI in der Kritik In sozialen Medien erntete auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz Kritik. Die KI wurde als "Slop" bezeichnet, was so viel bedeutet wie "Schlamm" und auf die teilweise sehr künstlich aussehenden Bilder und Bewegungen im Video anspielt. Die Kritik war so groß, dass sich das Werbeunternehmen, das das Video produzierte, zu Wort meldete. CEO Melanie Bridges schrieb in einem Statement: "Sieben Wochen lang haben wir kaum geschlafen, da bis zu zehn unserer hauseigenen KI- und Post-Spezialisten bei The Gardening Club Hand in Hand mit den Regisseuren zusammengearbeitet haben." Nicht KI habe das Video gemacht, sondern das Team von Sweetshop, schrieb sie. Mittlerweile wurde das Statement ebenfalls wieder gelöscht, da es abermals Kritik hagelte. Im Internet ist es allerdings noch vollständig zitiert auffindbar. Laut der englischen Tageszeitung The Guardian entgegnete beispielsweise die Gründerin einer anderen Werbeagentur wie folgt: "Was ist mit den Menschen, die daran beteiligt gewesen wären, den Schauspielern, dem Chor? Zehn Personen für ein Projekt wie dieses sind im Vergleich zu traditionellen Live-Action-Dreharbeiten eine winzige Zahl."