Zeit 11.12.2025
17:40 Uhr

Künstliche Intelligenz: McDonald's zieht KI-Werbespot nach Kritik zurück


Der Fastfoodanbieter McDonald's hat einen Werbespot zurückgezogen, der mit KI erstellt wurde. Das Video zieht in den sozialen Medien Kritik auf sich.

Künstliche Intelligenz: McDonald's zieht KI-Werbespot nach Kritik zurück
McDonald's hat einen mit künstlicher Intelligenz erstellten Weihnachtswerbespot wieder zurückgezogen. Das US-amerikanische Fastfoodunternehmen wurde nach der Veröffentlichung des Videos kritisiert – speziell in den Niederlanden. Im Video scheint es so, als wären Szenen in der niederländischen Metropole Amsterdam gedreht worden, obwohl das gesamte Video vollständig am Computer produziert wurde. Auch die Botschaft des Spots erntete Kritik. Der Spot will zeigen, dass sich der Weihnachtstrubel nur in einem McDonald's-Restaurant aushalten lässt. Szenen zeigen etwa einen Weihnachtsmann, der im Stau steht, oder ein Chaos in einem Einkaufszentrum. In einer anderen Szene wird ein vom Weihnachtsbaumkauf gestresster Mann gezeigt, wie er leicht zersaust in einer McDonald's-Filiale aufatmet. Dazu singt ein Chor im Hintergrund ein Lied, das in Anlehnung an den weithin bekannten Song It's the most wonderful time of the year ironisch nahelegt, dass Weihnachten die schlimmste Zeit des Jahres ist. Für Nutzerinnen und Nutzer von sozialen Medien war dies oftmals der falsche Ton. Viele kritisierten die nicht sehr weihnachtliche Botschaft. Die Reaktionen seien eine "wichtige Lernerfahrung", sagte ein McDonald's-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Der Spot sollte "die stressigen Momente während der Feiertage in den Niederlanden zeigen". Durch die vielen negativen Kommentare im Internet hätte das Unternehmen aber festgestellt, dass es sich doch für viele Gäste vielmehr um die "schönste Zeit des Jahres" handelt. Einsatz von KI in der Kritik In sozialen Medien erntete im gleichen Maße der Einsatz von künstlicher Intelligenz Kritik. Die KI wurde als "Slop" bezeichnet, was so viel bedeutet wie "Schlamm" und auf die teilweise sehr künstlich aussehenden Bilder und Bewegungen im Video anspielt. Die Kritik war so groß, dass sich das Werbeunternehmen Sweetshop, das das Video produzierte, zu Wort meldete. CEO Melanie Bridges schrieb in einem Statement: "Sieben Wochen lang haben wir kaum geschlafen." Nicht KI habe das Video gemacht, sondern das Team von Sweetshop, schrieb sie. Mittlerweile wurde das Statement ebenfalls wieder gelöscht, da es abermals Kritik hagelte. Laut der englischen Tageszeitung The Guardian entgegnete beispielsweise die Gründerin einer anderen Werbeagentur: "Was ist mit den Menschen, die daran beteiligt gewesen wären, den Schauspielern, dem Chor? Zehn Personen für ein Projekt wie dieses sind im Vergleich zu traditionellen Live-Action-Dreharbeiten eine winzige Zahl."