|
28.01.2026
10:22 Uhr
|
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat einen vorübergehenden Stopp der Öllieferungen nach Kuba angekündigt. Die Entscheidung sei nicht auf Drängen der USA gefallen.

Mexiko hat seine Öllieferungen nach Kuba eingestellt. Es handele sich zunächst um eine vorübergehende Maßnahme, sagte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum am Dienstag. Sie sprach von einer "souveränen Entscheidung", die nicht auf Drängen der US-Regierung zustande gekommen sei. Grund seien allgemeine Marktschwankungen. Öffentlich haben die USA Mexiko bislang nicht aufgefordert, die Öllieferungen in den sozialistischen Inselstaat einzustellen. Berichten zufolge stieg in Mexiko aber die Sorge vor möglichen Konsequenzen. Kuba werde "ziemlich bald scheitern", sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag. Venezuela, einst der wichtigste Lieferant der Insel, habe zuletzt weder Öl noch Geld nach Kuba geschickt. Schifffahrtsdaten zufolge gab es seit etwa einem Monat keine Öllieferungen mehr aus Venezuela. USA streben Regierungswechsel in Kuba an Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro haben Vertreter der US-Regierung immer wieder auch Druck auf die kommunistische Regierung Kubas aufgebaut. US-Präsident Trump rief die kubanische Regierung dazu auf, einen Deal zu machen , ohne dabei auszuführen, was er damit genau meint. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Regierung in Havanna als "riesiges Problem". Die US-Regierung erwägt Medienberichten zufolge verschiedene Optionen, um auf einen Regierungswechsel in Kuba hinzuwirken . Zur Diskussion stehe etwa eine vollständige Blockade der Ölimporte, berichtete das Nachrichtenportal Politico . Wirtschaftskrise in Kuba Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit Jahrzehnten angespannt. Aktuell steckt die autoritär regierte Karibikinsel in ihrer schwersten Wirtschaftskrise seit dem Sieg der Revolution von Fidel Castro 1959. Unter anderem mangelt es an Treibstoff. Neben Venezuela war auch Mexiko ein wichtiger Öllieferant für Kuba: Der staatliche Ölkonzern Pemex exportierte in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 rund 19.200 Barrel (je 159 Liter) Rohöl und Ölprodukte pro Tag nach Kuba.