Zeit 21.01.2026
13:02 Uhr

Kriminalität: Kinderpornografie und Kindesmissbrauch - 65 Beschuldigte


Kriminalität: Kinderpornografie und Kindesmissbrauch - 65 Beschuldigte
Im Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie haben Hessens Staatsanwaltschaften landesweit 68 Wohnungen und Häuser durchsuchen lassen. Es gibt 65 Beschuldigte zwischen 14 und 72 Jahren, wie das koordinierende Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden sowie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilten. Unter ihnen ist keine einzige Frau. Zehn Beschuldigte wurden in einer Polizeidienstelle vernommen, bei einem wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Die Staatsanwaltschaften werfen den 65 Männern und Jungen überwiegend Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vor. In 15 Fällen geht es nach den Angaben um mutmaßlichen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Polizeibeamte stellen 405 Datenträger sicher "Nach jetzigem Stand der Ermittlungen stehen die Beschuldigten untereinander nicht im Austausch", hieß es. Polizistinnen und Polizisten stellten 405 Datenträger aller Art sicher. "Die Datenträger werden nun ausgewertet, kriminalistisch bewertet und auf weitere Ermittlungsansätze geprüft", ergänzten LKA und Generalstaatsanwaltschaft. Es war die erste "Schwerpunktmaßnahme" in Hessens Kampf gegen Kindermissbrauch und Kinderpornografie im neuen Jahr 2026. Dieser werde konsequent fortgesetzt. Zu den Hausdurchsuchungen war es vom 12. bis 16. Januar gekommen - in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Hanau, Kassel und Wiesbaden. Außerdem in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Fulda, Gießen, Groß-Gerau, Hersfeld-Rotenburg, Hochtaunus, Kassel, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf, Offenbach, Odenwald, Rheingau-Taunus, Schwalm-Eder, Vogelsberg, Waldeck-Frankenberg und Wetterau. Zudem gab es je eine Razzia in den Nachbarländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Minister: "Kein Nachlassen im Kampf gegen Kindesmissbrauch" Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) teilte unter Bezug auf die maßgebliche hessische Polizeieinheit Fokus (Fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch von Kindern) mit, damit werde unterstrichen, "dass es kein Nachlassen im Kampf gegen Kindesmissbrauch gibt". Poseck ergänzte mit Blick auf Kriminalität im Internet: "Es ist notwendig, dass die IP-Adressenspeicherung, für die sich Hessen schon lange einsetzt, nun zügig auf Bundesebene kommt, damit den Ermittlern ein weiterer Ansatzpunkt zur Verfügung steht, um den sexuellen Kindesmissbrauch erheblich effektiver bekämpfen und viele weitere Fälle verhindern zu können". Noch gibt es für Internetanbieter keine Speicherpflicht für IP-Adressen. Mit ihnen lassen sich digitale Geräte identifizieren - ähnlich wie Autos über ihre Nummernschilder. Das Bundesjustizministerium hat einen Gesetzentwurf hierzu vorgelegt. © dpa-infocom, dpa:260121-930-574800/2