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24.02.2026
19:21 Uhr
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Fast 32 Jahre nach dem Mord an einer US-amerikanischen Touristin in Koblenz hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der mittlerweile 81 Jahre alte Deutsche sei am Montag in seiner Wohnung in der Nähe von Koblenz festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz mit. Er stehe unter dem dringenden Verdacht, die damals 24-Jährige getötet zu haben. Zuvor sei ein Haftbefehl gegen den Mann erlassen worden. 1994 bei Festung Ehrenbreitstein ermordet Die damals 24 Jahre alte Amy Lopez wurde am 26. September 1994 unterhalb der Festung Ehrenbreitstein ermordet. Die Leiche der Frau sei kurz nach der Tat von spielenden Kindern gefunden worden, schrieb die Staatsanwaltschaft. "Das Opfer war weitgehend entkleidet und wies schwere Kopfverletzungen, mehrere Messerstiche am Oberkörper und Strangulationsmerkmale auf." Nach früheren Angaben der Polizei war die Frau auch Opfer eines Sexualverbrechens gewesen. 2024 teilten die Ermittler mit, dass bei der Überarbeitung des Falls durch moderne Methoden männliche DNA-Spuren an Asservaten gefunden worden seien. Weitere Informationen am Mittwoch Im September 2025 hatten die Ermittler Fotos von Gegenständen veröffentlicht, die der Täter an sich genommen haben könnte. Ermittlungen hätten ein Täterprofil ergeben, hieß es damals. Demnach sei der Mann "mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Einzeltäter zwischen 18 und 35 Jahren, ohne persönlichen Bezug zum Opfer, aber mit Vorerkenntnissen in Gewalt- oder Sexualdelikten". Die Staatsanwaltschaft Koblenz kündigte nun an, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch über den Fall zu informieren. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling sprach von einem großen Ermittlungserfolg. Der belege die Professionalität, Ausdauer und hohe fachliche Kompetenz der Polizei in Rheinland-Pfalz, sagte der SPD-Politiker. Der lange Atem des Rechtsstaats "Gerade bei schweren Straftaten wie Tötungsdelikten gilt: Solche Taten geraten nicht in Vergessenheit", sagte Ebling. Das Leid und die offene Frage nach dem Warum begleite viele Familien über Jahrzehnte hinweg. Dass dieser Fall nun einen entscheidenden Schritt vorangekommen sei, könne für die Angehörigen ein Stück Gewissheit bedeuten und zeige, "dass unser Rechtsstaat einen langen Atem hat". © dpa-infocom, dpa:260224-930-728186/2