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01.12.2025
18:06 Uhr
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Die europäischen Staatschefs haben die Verhandlungen zwischen den USA und Russland mit der Ukraine besprochen. Auch der US-Sondergesandte war dabei.

Kurz vor dem Treffen zwischen US-Vertretern und Russland haben sich der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gemeinsam mit Verbündeten beraten. Macron empfing Selenskyj in Paris. In einer Telefonschalte sei dann mit europäischen Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), über die von den USA angestoßenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs beraten worden, teilte das französische Präsidialamt mit. Auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff, der am Dienstag in Moskau von Russlands Staatschef Wladimir Putin empfangen wird, sowie der Chef des ukrainischen Verhandlungsteams, Rustem Umjerow, nahmen an den Gesprächen teil. Ebenfalls dabei waren unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der britische Premierminister Keir Starmer. "Der Frieden muss wirklich dauerhaft sein. Der Krieg muss so schnell wie möglich beendet werden. Vieles hängt nun vom Engagement aller Staats- und Regierungschefs ab", s chrieb Selenskyj auf X nach Gesprächen mit Macron. Jene mit den USA bezeichnete er später als "sehr konstruktiv" . "Es gibt einige schwierige Themen, die noch bearbeitet werden müssen", schrieb er auf X. Eine Entscheidung, wie es weitergehe, werde erst nach Gesprächen mit den "Freunden in Europa" getroffen. Merz beschwört Einigkeit der EU Als Prioritäten für Friedensgespräche nannte Selenskyj die Wahrung der Souveränität und starke Sicherheitsgarantien. Russland dürfe nicht für den von ihm begonnenen Krieg belohnt werden, sagt der Präsident. Er hoffe zudem auf Gespräche mit US-Präsident Donald Trump, nachdem dessen Sondergesandter Steve Witkoff Russland besucht habe. Merz nahm gemeinsam mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk an den Gesprächen teil. "Vor uns liegen jetzt wichtige Tage und Wochen für die Ukraine, in die wir eng abgestimmt miteinander gehen", sagte der Bundeskanzler. Zu dem strategischen Ziel gehöre es, alles in der Macht Stehende zu tun, um die Ukraine gegenüber dem russischen Aggressor beizustehen. "Wir wollen dabei nun den stärksten Hebel nutzen, der uns zur Verfügung steht, um Moskau endlich an den Verhandlungstisch zu bringen. Zusammen wollen wir in Brüssel durchsetzen, dass wir die eingefrorenen russischen Vermögenswerte nutzen." Kampf gegen Korruption in Ukraine funktioniere Es stehe auch die Einigkeit Europas auf dem Spiel, sagte Merz. "Kein Blatt darf deshalb zwischen Polen und Deutsche passen. Mit Frankreich und Großbritannien, mit Italien und anderen tragen wir besondere Verantwortung dafür, dass nichts und niemand einen Keil in Europa treibt." Auch Macron sprach sich dafür aus, eingefrorene russische Vermögenswerte zu nutzen. Der französische Präsident äußerte sich zudem zu Korruptionsvorwürfen in der Ukraine: Es sei nicht die Aufgabe Frankreichs, der Ukraine Lektionen über Korruption zu erteilen. Der Kampf gegen die Korruption in der Ukraine funktioniere, sagte er. In Russland habe er solche Schritte gegen Korruption nicht gesehen, dort herrsche eine Diktatur. Kallas warnt vor einseitigen Verhandlungen Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Gespräche für eine Ukrainelösung nicht ohne die Europäer geführt werden könnten. Europa habe bei den Verhandlungen über den US-Plan bereits Zugeständnisse zugunsten Kyjiws erreicht, sagte Barrot im Sender France Culture. Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte vor einseitigen Verhandlungen . "Ich befürchte, dass der gesamte Druck auf die Opfer ausgeübt wird" und "dass die Ukraine Zugeständnisse machen und Verpflichtungen eingehen muss", sagte Kallas nach einem Treffen der EU-Verteidigungsminister. Stattdessen müsse man Druck auf "denjenigen ausüben, der die Aggression betreibt, nämlich Russland", sagte Kallas. Eine Kapitulation der Ukraine sei "der einfachere Weg", den Krieg zu beenden. Das liege aber "weder im Interesse der Ukraine, noch im Interesse der Europäischen Union, noch im Interesse der globalen Sicherheit insgesamt". Sollte die Aggression Russlands Erfolg haben, werde überall auf der Welt zu sehen sein, "dass diejenigen, die die Macht haben, nehmen können, was sie wollen". Verfolgen Sie alle Entwicklungen in unserem Liveblog.