|
04.12.2025
17:58 Uhr
|
Im Sudan kommt es laut dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte weiter zu Massentötungen. Es gebe zudem Berichte über sexuelle Gewalt und Zwangsrekrutierungen.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, berichtet von neuen Menschenrechtsverletzungen im Sudan. Mindestens 269 Zivilisten seien seit der Einnahme der Stadt Bara durch die Rapid Support Forces (RSF) im Bundesstaat Nordkordofan getötet worden, sagte Türk in Genf. Die Menschen seien durch Luftschläge, Artilleriebeschuss und Hinrichtungen getötet worden. Die RSF hatten die Stadt Bara laut dem Hochkommissar am 25. Oktober unter ihre Kontrolle gebracht. Es gebe auch Berichte über Vergeltungsmorde, willkürliche Verhaftungen, Entführungen, sexuelle Gewalt und Zwangsrekrutierungen, darunter auch von Kindern, sagte Türk. Telekommunikations- und Internetausfälle erschwerten eine genaue Dokumentation der Gewalt, daher dürfte die Zahl der zivilen Opfer weitaus höher sein. Amnesty International wirft RSF Kriegsverbrechen vor Im Sudan war im April 2023 ein Machtkampf zwischen der Armee und der RSF-Miliz eskaliert . Seitdem sind große Teile des Landes von Kämpfen betroffen. Mehr als 21 Millionen Menschen hungern laut Daten des Welternährungsprogramms. Im Oktober hatte die RSF-Miliz die Stadt Al-Faschir in Nord-Darfur nach eineinhalb Jahren Belagerung erobert. Dabei war es ebenfalls zu Massentötungen gekommen. In Bara seien viele Zivilisten wegen "Kollaboration" mit gegnerischen Parteien inhaftiert worden, sagte Türk weiter. Hassreden drohten, die Gewalt anzuheizen. Türk befürchtet weitere Gräuel, da sich die Kämpfe zwischen Sudans Armee, der RSF und der Gruppe Sudan People’s Liberation Movement-North (SPLM-N) in der gesamten Region Kordofan verschärften. Die Menschenrechtsgruppe Amnesty International hatte der RSF kürzlich Kriegsverbrechen vorgeworfen . Während der mehrtägigen Attacke der paramilitärischen Truppe RSF auf das Lager Zamzam in der Region Darfur seien im April Zivilisten getötet, Geiseln verschleppt und Moscheen, Schulen und Kliniken zerstört worden, sagte Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard am Mittwoch.