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15.12.2025
15:17 Uhr
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Die humanitäre Lage in Darfur hat sich drastisch verschlechtert. Nun hat die EU eine Luftbrücke in eine der am schwersten erreichbaren Regionen der Welt gestartet.

Die EU will eine Luftbrücke mit Hilfsgütern in die vom Bürgerkrieg im Sudan betroffene Region Darfur starten. Ein erster Flug lieferte demnach schon am Freitag rund 100 Tonnen Hilfsgüter aus den humanitären Vorräten der EU und von Partnerorganisationen. Weitere Flüge sollen in den kommenden Wochen folgen. Insgesamt sind acht Flüge bis Januar 2026 geplant, welche lebensrettende Hilfsgüter nach Darfur bringen sollen. Dort seien Millionen Menschen wegen des Konflikts im Sudan mit Gräueltaten, Hungersnöten und Vertreibungen auf humanitäre Hilfe angewiesen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Den Angaben zufolge sollen etwa Material für Unterkünfte, Wasser sowie Sanitär-, Gesundheits- und Hygieneartikel im Gesamtwert von 3,5 Millionen Euro transportiert werden. Sie würden aus dem EU-Budget für humanitäre Hilfe finanziert. Allein in diesem Jahr hat die EU nach eigenen Angaben 270 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für den Sudan bereitgestellt. Sie sei damit einer der größten Beitragszahler für Hilfsmaßnahmen. Weitere Hilfen dringend benötigt Gleichzeitig kritisierte der neue Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe, die Bundesregierung für ihren Sparkurs bei der internationalen humanitären Hilfe. "Wenn es etwa nicht gelingt, im Sudan eine den humanitären Bedarfen entsprechende Hilfe anzubieten, werden noch mehr Menschen gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen", sagte er. "Das bedeutet unendliches Leid und eine Verschärfung anderer Konflikte durch die Fluchtbewegungen." Die Koalition habe die Mittel von zwei Milliarden Euro auf eine Milliarde halbiert, sagte er der Augsburger Allgemeinen. Auch die Vertreterin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Deutschland, Katharina Thote warnte vor den dramatischen Folgen fehlender Hilfe im Sudan. "Dass wir trotz der großen Not nicht genug helfen können, ist wirklich erschütternd", sagte sie. Drastische humanitäre Krise Die humanitäre Lage in Darfur, einer der für Hilfsorganisationen am schwersten erreichbaren Regionen der Welt, hat sich laut EU-Angaben nach dem Fall von Al-Faschir, der Hauptstadt von Nord-Darfur, an die Paramilitärs der Rapid Support Forces (RSF) Ende Oktober drastisch verschlechtert. Der Verlust der Stadt bedeutete demnach eine erhebliche Verschärfung der ohnehin schon katastrophalen humanitären Lage; er habe den Zugang zu Hilfsgütern weiter eingeschränkt. Zivilisten, denen die Flucht gelungen sei, berichteten von weit verbreiteten Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht . Im Sudan hat der 2023 zum Krieg eskalierte Machtkampf zwischen der nationalen Armee und der RSF eine der gravierendsten Hunger- und Vertreibungskrisen der Welt verursacht. Rund 30 Millionen der etwa 47 Millionen Sudanesinnen und Sudanesen brauchen den Vereinten Nationen zufolge Hilfe zum Überleben, mehr als zwölf Millionen sind auf der Flucht. Zehntausende Menschen wurden bereits getötet.