|
29.05.2026
10:26 Uhr
|
Einem UN-Bericht zufolge sollen israelische Soldaten Palästinenser sexuell misshandelt haben. Das israelische Außenministerium weist die Vorwürfe als »haltlos« zurück.

Ein Bericht der Vereinten Nationen erhebt schwere Vorwürfe gegen israelische Soldaten und weitere Sicherheitskräfte. In dem noch unveröffentlichten Report von UN-Generalsekretär António Guterres ist unter anderem von sexualisierter Gewalt gegen Palästinenser die Rede. Die Liste der Misshandlungen umfasse »Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien, gezielte Schüsse auf die Genitalien«, hieß es in dem Bericht. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2025 mehrere Fälle konfliktbezogener sexualisierter Gewalt überprüft und bestätigt. Betroffen seien 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. In neun Fällen habe es Vergewaltigungen oder Gruppenvergewaltigungen gegeben, teils wiederholt. Die meisten Betroffenen stammten demnach aus dem Gazastreifen. Israels Außenministerium spricht von »haltlosen Anschuldigungen« Das israelische Außenministerium wies die Vorwürfe als »haltlose Anschuldigungen« ohne faktische Grundlage zurück. Das Außenministerium sprach von einer »beschämenden und absurden« Entscheidung, mit der versucht werde, »eine falsche Symmetrie zwischen Israel und den tatsächlichen sexuellen Gräueltaten der Hamas herzustellen«. Im Zusammenhang mit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 in Israel hatten Augenzeugen und ehemalige Geiseln ebenfalls über sexualisierte Gewalt berichtet; die UN hatten diese Vorwürfe als glaubwürdig eingestuft. Zugleich warf das Ministerium der UN eine »langjährige, institutionalisierte Feindseligkeit« gegenüber Israel vor. Guterres wurde zudem vorgeworfen, verschleiert zu haben, dass auch UN-Mitarbeiter an dem Terrorangriff beteiligt gewesen seien. Nach UN-Angaben waren in diesem Zusammenhang neun Beschuldigte entlassen worden. Israel bricht Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres ab Zuvor regierte bereits Israels UN-Vertretung in New York empört und kündigte an, die Kontakte mit dem UN-Generalsekretariat unter Guterres auszusetzen . »Die Entscheidung, Israel auf eine schwarze Liste zu setzen und uns vorzuwerfen, sexuelle Gewalt als Kriegswaffe einzusetzen, ist eine ungeheuerliche Entscheidung«, sagte Botschafter Danny Danon.