Zeit 04.03.2026
16:06 Uhr

Krieg im Iran: EU sieht Öl- und Gasversorgung vorerst gesichert


Die Europäische Kommission sieht keine akuten Engpässe bei der Versorgung mit Öl und Gas. Kurzfristig sei wegen des Irankriegs vor allem mit höheren Ölpreisen zu rechnen.

Krieg im Iran: EU sieht Öl- und Gasversorgung vorerst gesichert
Die Europäische Kommission hält die Versorgung mit Öl und Gas trotz des Irankriegs nicht für unmittelbar gefährdet. Bezüglich der Gasversorgung habe die Behörde derzeit keine Sorge vor einem Engpass, teilte eine EU-Beamtin am Rande eines Expertengruppen-Treffens mit. Gleichwohl werde die Lage engmaschig bewertet. Die Speicherstände in der Staatengemeinschaft seien stabil bei rund 30 Prozent, in den vergangenen Tagen seien keine größeren Entnahmen verzeichnet worden. Die USA blieben weiterhin der größte LNG-Lieferant für Europa, diese Lieferungen seien von der Lage in der Region nicht betroffen. Insgesamt sei Europa viel breiter aufgestellt als noch vor ein paar Jahren. Eine Öl-Expertengruppe der EU berichtete demnach, dass keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit zu befürchten seien. Die Kommission rechne aber mit erheblichen indirekten Auswirkungen auf die Preise. Sollte die Situation anhalten, könnten zusätzlich "Versorgungsrisiken" entstehen. Bundesregierung richtet Taskforce zu Energiepreisen ein Derzeit würden rund neun Prozent des Rohöls für die EU durch die strategisch wichtige Straße von Hormus transportiert, die de facto von den iranischen Revolutionsgarden gesperrt wird. Infolge der Sperrung stieg der Ölpreis deutlich. 40 Prozent der EU-Importe von Diesel und Flugtreibstoff passieren diese Route. Die Bundesregierung hat unterdessen eine Arbeitsgruppe eingerichtet , welche die steigenden Sprit- und Energiepreise infolge des Irankriegs beobachten und mögliche Maßnahmen prüfen soll. Darauf verständigten sich die Vorsitzenden Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) sowie CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann.