Zeit 03.03.2026
16:51 Uhr

Krieg im Iran: Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein


Das Auswärtige Amt hat nach den Angriffen des Iran auf Staaten im Nahen Osten den iranischen Botschafter einbestellt. Die Angriffe würden "Verbündete bedrohen".

Krieg im Iran: Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein
Wegen der Gegenangriffe des Iran auf Israel und andere Staaten der Region hat das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt. "Wir haben das iranische Regime unmissverständlich dazu aufgefordert, seine rücksichtslosen Angriffe auf Staaten der Region unverzüglich einzustellen", teilte das deutsche Außenministerium in Berlin auf X mit . "Wir verurteilen die willkürlichen und unverhältnismäßigen Raketen- und Drohnenangriffe des iranischen Regimes, auch auf zivile Ziele", hieß es vonseiten des Auswärtigen Amts weiter. "Die Angriffe bedrohen unsere Verbündeten, unser Militärpersonal und unsere Staatsangehörigen in der Region." Die Einbestellung eines Botschafters gilt als diplomatisches Mittel, mit dem die Regierung des einbestellenden Landes deutliche Unzufriedenheit signalisiert. Merz zwischen Zustimmung und Zurückhaltung Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bisher zwar Verständnis für die US-israelischen Angriffe auf den Iran geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Er verzichtete darauf, die für Deutschland wichtigen Verbündeten klar zu kritisieren, wies aber darauf hin, dass die Kriegshandlungen "nicht ohne Risiko" seien. Man wisse nicht, zu welcher Eskalation in der Region die iranischen Gegenschläge führen würden. Es sei auch unklar, ob durch Militärschläge von außen ein politischer Wandel von innen heraus überhaupt ermöglicht werden könne. Der Kanzler verwies auf die US-Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen, die trotz zum Teil langer Einsätze nicht zum erhofften Ziel geführt hatten. Die israelischen Angriffe auf den Iran im vergangenen Jahr hatte Merz dagegen sehr deutlich unterstützt. "Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle", sagte er im Januar im ZDF. Wirtschaftsministerium lädt zu Krisensitzungen wegen Auswirkungen auf Energiepreise Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Folgen des seit drei Tagen andauernden Krieges hat die Bundesregierung einen Krisenstab eingesetzt, der sich unter anderem mit den steigenden Energiepreisen beschäftigen soll. Beteiligt daran sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ⁠unter anderem auch die Bundesnetzagentur, der Bundesnachrichtendienst, das ​Auswärtige Amt sowie das Bundeskanzleramt. "Gleichzeitig stehen wir in Kontakt mit Verbänden und Unternehmen ‌zur Lage", teilte das Ministerium weiter mit. Dass der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat, führt zu einem Anstieg des Ölpreises . Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert. Nachdem am Sonntag dort mehrere Schiffe angegriffen wurden, stellten zahlreiche Reedereien den Verkehr durch die Passage ein.