Zeit 07.02.2026
13:48 Uhr

Krieg gegen die Ukraine: USA verlangen offenbar Einigung über Kriegsende bis Juni


Bis Juni sollen Russland und die Ukraine Frieden schließen, fordern offenbar die USA. Präsident Selenskyj betont, er werde keinem Abkommen "über uns, ohne uns" zustimmen.

Krieg gegen die Ukraine: USA verlangen offenbar Einigung über Kriegsende bis Juni
Die USA haben der Ukraine und Russland nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frist bis Juni gesetzt, um ein Abkommen über ein Ende des russischen Angriffskriegs zu erzielen. Im Rahmen dieses Zeitplans werde die Regierung von US-Präsident Donald Trump wahrscheinlich Druck auf beide Kriegsparteien ausüben, sagte Selenskyj vor Journalisten in Kyjiw . "Sie (die Amerikaner) sagen, dass sie alles bis Juni machen wollen. Und sie werden alles tun, um den Krieg zu beenden. Und sie wollen einen klaren Zeitplan für alle Ereignisse." US-Präsident Donald Trump ‌hatte vor Journalisten eine mögliche Entwicklung im russischen Krieg ​gegen die Ukraine angedeutet: Es gebe "sehr, sehr gute Gespräche. Etwas könnte passieren", sagte Trump, ohne dies zu präzisieren. Neue Gespräche zwischen Gesandten der USA, der Ukraine und Russlands seien für die kommende Woche in Miami im Bundesstaat Florida geplant, teilte Selenskyj mit. Die Ukraine habe ihre Teilnahme zugesagt. Selenskyj betonte aber, dass er keine ausschließlich zwischen Russland und den USA ausgehandelten Vereinbarungen akzeptieren werde, die sein Land beträfen. Eine Vereinbarung, die "über uns, ohne uns" getroffen worden sei, sei für die Ukraine nicht annehmbar. Angriffe auf Energieversorgung "Schwierige Themen sind schwierig geblieben", sagte Selenskyj. "Die Ukraine hat erneut ihre Positionen beim Thema Donbass bestätigt." Selenskyj äußerte Zweifel an einem US-Vorschlag, wonach die Region im Osten der Ukraine im Rahmen eines Kompromisses in eine freie Wirtschaftszone verwandelt werden solle. Selenskyj teilte mit, die schwierigsten Themen würden für ein trilaterales Treffen zwischen den Staats- und Regierungschefs aufgehoben. In der bislang letzten Verhandlungsrunde hätten die Unterhändler darüber gesprochen, wie eine Waffenruhe überwacht würde. Die USA hätten bekräftigt, dass diese dabei eine Rolle spielen würden. Selenskyj verurteilte auf X die erneuten russischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine. "Jeden Tag könnte Russland echte Diplomatie wählen, aber es entscheidet sich für neue Angriffe." Russland müsse ​die Fähigkeit genommen werden, die Kälte als Druckmittel gegen die Ukraine einzusetzen. Die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen auf bis zu minus 14 Grad fallen. Russlands Militär hatte in der Nacht erneut das Energiesystem der Ukraine angegriffen. Die Hauptziele seien das Stromnetz, Kraftwerke und Umspannwerke gewesen, schrieb Selenskyj. Russland habe mehr als 400 Drohnen und etwa 40 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Schäden gibt es demnach in den westukrainischen Regionen Wolhynien, Iwano-Frankiwsk, Lwiw und Riwne. Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal teilte auf Telegram mit, die Regierung habe im ganzen Land Notabschaltungen ⁠der Stromversorgung veranlasst. Die Reparaturarbeiten sollen beginnen, sobald es die Sicherheitslage zulasse. "Der Angriff geht weiter", schrieb Schmyhal.