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07.03.2026
04:15 Uhr
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Der Präsident des Arbeitgeberverbands will Anreize erhöhen, um den hohen Krankenstand der Deutschen zu senken. Er plädiert für ein bis drei Karenztage ohne Lohn.

In der Debatte über den hohen Krankenstand in Deutschland hat der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Udo Dinglreiter, die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie Karenztage ohne Lohn gefordert. "Krankenstände von 20 Prozent kann sich das Land nicht leisten", sagte Dinglreiter der Rheinischen Post . Der Arbeitgeberverbandschef hält es für sinnvoll, wenn Unternehmen Krankheitstage nicht sofort bezahlen müssten. Dies solle verhindern, dass Beschäftigte sich schon bei Kleinigkeiten krankmelden oder blaumachen. "Karenztage können eine Lösung sein", sagte Dinglreiter. "Andere Länder machen es vor: Hier zahlt der Arbeitgeber erst nach ein bis drei Tagen. Wenn es hilft, den Krankenstand zu senken, sollten wir uns das anschauen." Zudem forderte Dinglreiter, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen – "denn es hilft auch Arbeitnehmern, wenn sie einen Arzt sehen". Kassenärzte hatten zuvor dafür plädiert, die von Arbeitgebern eingeforderte Pflicht zur Krankschreibung in den ersten drei Tagen ganz aufzuheben . Auch sollten Kassenpatienten höhere Zuzahlungen an Krankenhäuser leisten, um das Gesundheitswesen effizienter zu machen. Die Zuzahlung sei seit ihrer Einführung im Jahr 2004 nicht erhöht worden. "Eine Anpassung an die Inflation auf 15 Euro pro Tag wäre sinnvoll", sagte Dinglreiter. Zuvor hatte bereits die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vorgeschlagen, die Zuzahlung bei Krankenhäusern von zehn auf 15 Euro pro Tag zu erhöhen. Im Schnitt 20 Tage pro Jahr krank Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im Januar eine neue Debatte über den hohen Krankenstand von Beschäftigten in Deutschland angestoßen . Vor zehn Jahren meldeten sich die Menschen im Schnitt 18,1 Tage krank, 2024 waren es bereits 22,3 Tage, wie aus Daten der BKK-Krankenkasse hervorgeht. Im Jahr 2024 zahlten Arbeitgeber laut Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) rund 82 Milliarden Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verursachten Fehltage im Jahr 2024 Produktionsausfälle von insgesamt 134 Milliarden Euro. Demnach war im Jahr 2024 jeder Beschäftigte im Durchschnitt 20,8 Tage krank.