Zeit 19.12.2025
12:10 Uhr

Krankenkassenbeiträge: Bundestag beschließt Sparpaket für Gesundheitsversorgung


Der Bundestag hat einem Sparpaket für die Krankenkassen zugestimmt. Um die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten, soll bei Kliniken temporär gespart werden.

Krankenkassenbeiträge: Bundestag beschließt Sparpaket für Gesundheitsversorgung
Mit den Stimmen der Regierungskoalition von Union und SPD hat der Bundestag ein Sparpaket für Krankenkassen verabschiedet. Über das Gesetz hatte es Streit zwischen Bund und Ländern gegeben, deswegen wurde im Vermittlungsausschuss ein Kompromiss ausgehandelt . Der sieht nun vor, dass insgesamt zwei Milliarden Euro eingespart werden. Ein Hauptteil davon betrifft die Krankenhäuser . Bei ihnen werden 1,8 Milliarden Euro gespart. Weitere 200 Millionen sollen beim Innovationsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen eingespart werden. All das soll laut Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) dabei helfen, dass die Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen nicht weiter steigen. Krankenkassen und die Opposition warnen aber, dass auch trotz des Sparpakets höhere Zusatzbeiträge kommen dürften, weil viele Kassen ihre Reserven auffüllen müssten. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Sparmechanismus für Kliniken soll nur 2026 greifen Bei den Krankenhäusern wird die sogenannte Meistbegünstigungsklausel nur für das kommende Jahr ausgesetzt. Dabei geht es um eine bestimmte Formel, die beziffert, wie viel mehr Geld Krankenhäusern pro Jahr aufgrund von Lohnsteigerungen bei den Versicherten und gestiegenen Kosten für Medikamente von den Kassen zusteht. Der Kompromiss sieht jetzt vor, den Zusatzbetrag für die Krankenhäuser auf die tatsächlich gestiegenen Kosten in den Kliniken zu begrenzen . Um negative Folgen für die Finanzierung der Krankenhäuser in den darauffolgenden Jahren auszuschließen, soll für das Jahr 2027 ein erhöhter Wert greifen. Die Bundesländer hatten befürchtet, dass die Krankenhäuser zu stark belastet würden und die Pläne deshalb im November gestoppt. Der Bundesrat soll den Kompromiss noch am heutigen Freitag in seiner letzten Sitzung des Jahres billigen. Zusatzbeiträge werden in diesen Tagen festgelegt Die Krankenkassen müssen in diesen Tagen ihre Zusatzbeiträge für 2026 festlegen , die sie nach ihrer Finanzlage ermitteln. Im Schnitt liegen sie derzeit bei 2,9 Prozent. Das Gesundheitsministerium hatte dieses Niveau auch als Orientierungsmarke für das Jahr bekanntgegeben, die das Sparpaket schon berücksichtigte. Der gesamte Beitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent. Bei Anhebungen des Zusatzbeitrags gibt es ein Sonderkündigungsrecht für Mitglieder. Erst Anfang 2025 hatte es eine Welle kräftiger Erhöhungen gegeben.