Zeit 10.02.2026
07:40 Uhr

Korruptionsindex: Deutschland verbessert sich bei Korruption im globalen Vergleich


Transparency International meldet eine Zunahme von Korruption weltweit. Deutschland steigt in die Top Ten auf – auch, weil andere Länder schlechter abschneiden.

Korruptionsindex: Deutschland verbessert sich bei Korruption im globalen Vergleich
Korruption nimmt weltweit zu. Zu diesem Schluss kommt die Antikorruptionsorganisation Transparency International in ihrem Korruptionsindex. Demnach spielen politische Entwicklungen eine Rolle: Mit dem Erstarken von rechtsnationalen und populistischen Kräften nehme die Korruption in vielen Ländern zu, teilte Transparency mit. Deutschland liegt im aktuellen Ranking auf Platz zehn und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um fünf Ränge verbessert. Dieser Aufstieg ist laut Transparency jedoch vor allem darauf zurückzuführen, dass andere Länder wie Australien, Irland oder Uruguay schlechter abgeschnitten haben. Grundlage des Rankings ist der Korruptionswahrnehmungsindex (CPI). Er misst, wie stark Korruption im öffentlichen Sektor wahrgenommen wird. Experten aus internationalen Organisationen und Forschungsinstituten bewerten dabei 182 Staaten und Gebiete. Die Skala reicht von null Punkten (sehr korrupt) bis zu 100 Punkten (nahezu korruptionsfrei). Dänemark belegt erneut ersten Platz An der Spitze des Index steht mit 89 Punkten erneut Dänemark, das den ersten Platz bereits zum achten Mal in Folge belegt. Es folgen Finnland mit 88 Punkten und Singapur mit 84 Punkten. Die schlechtesten Werte erreichen der Südsudan und Somalia mit jeweils neun Punkten. Insgesamt zeigt sich ein negativer Trend : Vor zehn Jahren erzielten noch zwölf Länder sehr hohe Werte von über 80 Punkten, heute sind es nur noch fünf. Der globale Durchschnitt sank auf 42 Punkte – den niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren. Organisation sieht Rückschritte auch in Demokratien Zugleich verzeichnet die Organisation deutliche Rückschritte auch in Demokratien. In Ländern, in denen rechtsextreme und populistische Parteien an die Macht gekommen seien, würden Schutzmechanismen gegen Korruption häufig stark abgebaut, warnte Alexandra Herzog, Vorsitzende von Transparency International Deutschland. Auch mit Blick auf Deutschland äußerte Herzog Skepsis. Der geplante Bürokratieabbau dürfe nicht zu einem Abbau von Kontrollen führen, warnte sie. Gerade mit Blick auf neue Sondervermögen brauche es mehr Transparenz und Aufsicht, nicht weniger.