Zeit 07.12.2025
08:37 Uhr

Konrad-Adenauer-Stiftung: Deutsche machen sich mehr Sorgen über Rechtsextremismus als Zuwanderer


Drei Viertel der Deutschen ohne Migrationshintergrund haben Angst vor Rechtsextremismus. Auch Zuwanderer zeigten sich in einer Umfrage besorgt – aber etwas weniger.

Konrad-Adenauer-Stiftung: Deutsche machen sich mehr Sorgen über Rechtsextremismus als Zuwanderer
Der Rechtsextremismus in Deutschland beunruhigt Menschen ohne Migrationshintergrund noch stärker als Zuwanderer und ihre direkten Nachkommen. Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Deutschen ohne familiäre Einwanderungsgeschichte stimmten der Aussage "Der Rechtsextremismus in Deutschland macht mir Angst" zu, wie aus einer Untersuchung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung hervorgeht. 46 Prozent davon stimmten "völlig" zu, 28 Prozent "eher". Auch knapp zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen mit Migrationshintergrund zeigten sich besorgt. Unter den hierzulande lebenden Ausländerinnen und Ausländern sind es 55 Prozent. Am häufigsten äußerten sich der Untersuchung zufolge Menschen mit Wurzeln in der Türkei und in Russland besorgt über den Rechtsextremismus in Deutschland. Deutlich geringer ist der Anteil demnach unter Menschen polnischer Herkunft. Unterschiede bei antisemitischen Vorurteilen Um antisemitische Einstellungen zu messen, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage aufgefordert, sich zu der Aussage "Juden kann man nicht trauen" zu positionieren. Jeder zehnte befragte Ausländer und neun Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund stimmten hier den Angaben zufolge zu. Bei den Deutschen ohne Einwanderungsgeschichte lag der Anteil derjenigen, die diese Aussage teilen, bei vier Prozent. Unterschiede zeigen sich auch bei den Herkunftsländern. Rund ein Viertel (26 Prozent) der Türkischstämmigen misstraute der Umfrage zufolge jüdischen Menschen. Bei einer entsprechenden Befragung im Jahr 2015 waren es 18 Prozent gewesen. Überdurchschnittlich hoch war der Anteil der Menschen, die dieser Aussage zustimmen, auch unter Spätaussiedlern (18 Prozent). Spätaussiedler sind Menschen deutscher Herkunft, die nach dem Zweiten Weltkrieg, vor allem nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, aus Osteuropa und der früheren Sowjetunion nach Deutschland eingewandert sind. Für die repräsentative Untersuchung zum Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft wurden von Anfang Oktober 2024 bis Ende Januar 2025 bundesweit rund 3.000 Menschen befragt. Darunter waren 1.007 Ausländerinnen und Ausländer sowie 1.003 Menschen mit Migrationshintergrund, die selbst im Ausland geboren wurden oder mindestens einen Elternteil haben, auf den das zutrifft.