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05.12.2025
08:59 Uhr
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OpenAI ruft den "Code Red" aus – aus Angst vor Google. Für Gemini läuft es nämlich sehr gut. Genauso wie für das deutsche Start-up Black Forest Labs. Der KI-Newsletter

Sie lesen den KI-Newsletter " Natürlich intelligent " vom 4. Dezember 2025. Um den Newsletter jeden Donnerstag per Mail zu erhalten, melden Sie sich hier an . Wir schreiben hier oft genug, dass es an deutschen Unternehmen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) mangelt, die es mit der US-Konkurrenz aufnehmen können. Das liegt auch an den deutlich geringeren Summen, die hierzulande in vielversprechende KI-Unternehmen fließen. Das Freiburger KI-Start-up Black Forest Labs ist da eine bemerkenswerte Ausnahme: Es hat gerade eine Finanzierungsrunde über 300 Millionen US-Dollar abgeschlossen . Gerade einmal anderthalb Jahre nach seiner Gründung ist Black Forest Labs damit Deutschlands wertvollste KI-Firma. Ende November hatte das Freiburger Unternehmen sein neuestes Bild-KI-Modell, Flux 2 , vorgestellt. Dem Handelsblatt sagte BFL-Chef Robin Rombach in einem Interview zur Finanzierungsrunde: "Wir sind bei KI-Bildern inzwischen der größte Konkurrent von Google." Das ist erst recht bemerkenswert. Denn die Summe, die Black Forest Labs gerade eingesammelt hat, entspricht nicht einmal einem Prozent des Gewinns, den Google-Mutter Alphabet im dritten Quartal 2025 machte (es waren knapp 35 Milliarden US-Dollar). Das müssen Sie wissen: Sam Altman ruft Alarmstufe Rot aus OpenAI-Chef Sam Altman versetzt seine Belegschaft in Alarmbereitschaft. Darüber berichten unter anderem das Techportal The Information und die Financial Times . Demnach soll Altman in einem internen Memo den "Code Red" ausgerufen haben. Der Grund: Jenes Unternehmen, das vor drei Jahren die weltweite KI-Revolution mit ChatGPT auslöste, droht momentan an Boden zu verlieren. Und das hat in allererster Linie etwas mit Google zu tun , das mit Gemini 3 kürzlich ein neues Sprachmodell vorstellte. Denn das lässt das aktuelle OpenAI-Modell GPT-5 in Vergleichstests hinter sich. In dem Memo sprach Altman von einer kritischen Phase für den weltweit bekanntesten Chatbot. Künftig solle verstärkt daran gearbeitet werden, die Funktionen von ChatGPT zu verbessern. Der KI-Bot soll noch schneller, zuverlässiger und persönlicher antworten. Wie das genau aussehen soll, könnte OpenAI schon in der kommenden Woche demonstrieren – mit einem neuen Reasoning-Modell . Bemerkenswert ist, was Altman dafür mit weniger Verve vorantreiben will: Das sind einmal Werbeprodukte, aber auch die KI-Agenten des Unternehmens, die Nutzerinnen und Nutzern lästige Aufgaben abnehmen sollen, und Pulse, das personalisierte Morgenbriefings ermöglicht. Gerade Ersteres lässt aufhorchen. Denn OpenAI verbrennt momentan jährlich Gelder in Milliardenhöhe für die Forschung, Entwicklung und den Betrieb seiner Sprachmodelle. Mehr Werbung hätte bedeuten können, dass das Unternehmen, das einst mal als "Google-Killer" galt, schneller profitabel wird. Und damit unabhängiger von Investorengeldern. Darüber sollten Sie nachdenken: die Schattenseite des Rechenzentren-Booms Rechenzentren benötigen nicht nur viel Strom, sie verschlingen auch endlose Mengen an Grundwasser. Denn das wird zur Kühlung der Server benötigt. Das US-Magazin Rolling Stone berichtet nun über einen besonders dramatischen Fall in Morrow County, einer landwirtschaftlich geprägten Region im US-Bundesstaat Oregon. Dort, so scheint es, führt die Wasserverschmutzung offenbar zu mehr Erkrankungen in der Bevölkerung. In Morrow County unterhält der US-Versandhändler Amazon gleich sieben Rechenzentren. Das für sie benötigte Wasser wird offenbar aus dem schon durch die intensive Landwirtschaft belasteten Grundwasser entnommen und anschließend wieder zurück in das Abwassersystem geleitet. Die sich dadurch verstärkende Wasserverschmutzung in der Region könnte im Zusammenhang mit der erhöhten Zahl an Krebserkrankungen, Nierenschäden und Fehlgeburten stehen, berichtet der Rolling Stone . Amazon dementiert das. Eine ZEIT-Recherche hatte kürzlich über ähnliche Befürchtungen aus Memphis berichtet. Dort zieht Elon Musk gerade den wohl größten Supercomputer der Welt hoch. Bei dessen Betrieb könnten Schadstoffe ausgestoßen werden, die mit Asthma in Verbindung gebracht werden – und mit Krebs, wie die ZEIT-Autorin Rebecca Stegmann in dem Text schreibt. Für das KI-Zeitalter ist das ein besorgniserregender Ausblick. Denn Firmen wollen gerade überall neue Rechenzentren bauen, um den hohen Rechenkapazitäten, die künstliche Intelligenz zur Entwicklung benötigt, gerecht zu werden. Das können Sie ausprobieren: den Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale NRW Die Zahl falscher Onlineshops wächst – und das liegt auch an künstlicher Intelligenz. Die Seiten sehen dank KI immer authentischer aus. Der WDR berichtete kürzlich über einen vermeintlichen Fahrradhändler aus Norddeutschland, der sogar ein Impressum mit Steuernummer auswies. Betrüger hatten die Daten eines Fahrradgeschäfts missbraucht, um damit im Internet einen Fake-Shop aufzusetzen. Damit Menschen nicht auf solche Fakes reinfallen, hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen einen Fake-Shop-Finder aufgesetzt. Wenn Sie die Vermutung haben, einem Fake-Shop aufzusitzen, können Sie dort die Seite überprüfen. Der Fake-Shop-Finder greift für die Analyse auf die KI einer Firma aus Konstanz zurück. Mit Hilfe derer sollen sich Daten von Websites extrahieren und so die typischen Muster eines Fake-Shops erkennen lassen, womit wiederum ein Sprachmodell trainiert wird, was dann lernt, einen betrügerischen Shop von einem vertrauenswürdigen zu unterscheiden. Inzwischen hat der Fake-Shop-Finder so 87.000 Fake-Shops entdeckt. Für alle, die in der Vorweihnachtszeit gerne gelassen online shoppen wollen, kann das eine Hilfe sein.