Zeit 19.01.2026
10:56 Uhr

Konjunkturprognose: IWF geht von stärkerem Wachstum der deutschen Wirtschaft aus


2026 könnte Deutschland laut einer IWF-Einschätzung schneller wachsen als andere G7-Länder. Noch positiver schätzen die Experten die Entwicklung der US-Wirtschaft ein.

Konjunkturprognose: IWF geht von stärkerem Wachstum der deutschen Wirtschaft aus
Die Wirtschaft Deutschlands wird 2026 laut Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stärker wachsen als zunächst angenommen. Im laufenden Jahr dürfte das Plus bei 1,1 Prozent liegen, teilte der IWF mit Sitz in Washington mit. Das Plus würde damit um 0,2 Prozentpunkte höher ausfallen als noch im Oktober prognostiziert. Der IWF zeigt sich damit deutlich optimistischer als die Bundesbank und das ifo Institut. Die Bundesregierung erwartet sogar ein Wachstum von 1,3 Prozent . Während der IWF davon ausgeht, dass staatliche Milliardenausgaben kurzfristig für Auftrieb sorgen und damit die US-Zölle auffangen dürften, setzte die Bundesregierung bei ihrer Prognose vor allem auf die Nachfrage im Inland. Stabile Preise, Lohnsteigerungen und Entlastungen ließen die verfügbaren Einkommen der Privathaushalte steigen. Für 2027 erwarten die IWF-Experten ein Wachstum von 1,5 Prozent. Deutschland nicht mehr Letzter unter den G7-Staaten Der IWF-Prognose zufolge wird Deutschland in diesem Jahr stärker wachsen als andere G7-Länder und nicht mehr den letzten Platz unter den großen westlichen Industrienationen einnehmen. Mit einem prognostizierten Wachstum von 0,7 Prozent würden nun Japan und Italien hinter den anderen Staaten liegen. Auch Frankreich dürfte sich mit 1,0 Prozent Wachstum etwas schwächer entwickeln als Deutschland. Für die Eurozone rechnet der IWF 2026 mit einem Plus von 1,3 Prozent (Oktober: 1,2 Prozent). Für das kommende Jahr erwarten die Experten ein weiteres Konjunkturplus von 1,4 Prozent. Dies spiegle die prognostizierten höheren Ausgaben im öffentlichen Sektor wider, vor allem in Deutschland. Auch Irland und Spanien dürften sich stark entwickeln, teilten die Experten mit. Die Erhöhung von Verteidigungsausgaben mache sich wohl erst in den Folgejahren bemerkbar, da diese auf mehrere Jahre verteilt wurde. Laut IWF-Angaben könnten sich die USA ein weiteres Mal besser entwickeln als gedacht. Für 2026 soll das Wachstum 2,4 Prozent (Oktober: 2,1 Prozent) betragen. Das liegt dem IWF zufolge unter anderem an dem niedrigeren Leitzins. Auch dürften die negativen Auswirkungen der US-Zölle auf die heimische Wirtschaft allmählich nachlassen. Für 2027 erwarten die Experten eine Minderung auf 2,0 Prozent.