Zeit 14.12.2025
07:16 Uhr

Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Thailand dementiert Einigung auf Waffenruhe mit Kambodscha


Dem thailändischen Regierungschef zufolge gibt es keine Waffenruhe – anders, als US-Präsident Donald Trump behauptete. Im Gegenteil: Thailand will weiterkämpfen.

Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha: Thailand dementiert Einigung auf Waffenruhe mit Kambodscha
Der seit einigen Tagen neu entflammte Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha hat sich weiter verschärft. Der thailändische Regierungschef Anutin Charnvirakul dementierte eine von US-Präsident Donald Trump verkündete Einigung auf eine Feuerpause: Trump habe in ihrem Telefonat am Freitag "nicht erwähnt, ob eine Waffenruhe vereinbart werden sollte", sagte Anutin. Sie hätten das Thema "nicht besprochen". Zuvor hatte Anutin auf Facebook mitgeteilt, Thailand wolle seine Militäreinsätze gegen Kambodscha fortsetzen – "bis wir keine Gefahr und Bedrohung mehr für unser Land und unsere Bevölkerung sehen". Trump hatte am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, der thailändische Regierungschef Anutin und Kambodschas Ministerpräsident Hun Manet hätten ihm in einem "sehr guten" Telefonat ein Ende aller Kämpfe ab Freitagabend zugesagt. Beide Länder seien nun bereit "zum Frieden und zu fortgesetztem Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika". In Thailand gilt nun eine Ausgangssperre in der südöstlichen Provinz Trat. Insgesamt gebe es kontinuierlich Zusammenstöße, seit Kambodscha am Samstag erneut seine Bereitschaft zu einem Waffenstillstand bekräftigt hatte, sagte der Sprecher des thailändischen Verteidigungsministeriums, Konteradmiral Surasant Kongsiri, auf einer Pressekonferenz in Bangkok zur Erklärung. Die Kämpfe zwischen den südostasiatischen Nachbarländern gingen auch am Samstag unvermindert weiter. Die Regierung in Bangkok meldete den Tod von zwei weiteren Soldaten, Kambodscha schloss seine Grenzübergänge zu dem nördlichen Nachbarland. Auch Friedensabkommen von Oktober hielt nicht Ende Oktober hatten Thailand und Kambodscha im Beisein Trumps ein "Friedensabkommen" in Malaysia unterzeichnet , nachdem Trump mit hohen Zöllen gedroht hatte. Danach warfen sich beide Seiten jedoch neue Angriffe vor. Thailand setzte das Abkommen im November aus, nachdem thailändische Soldaten an der Grenze durch Landminen verletzt worden waren. Durch den immer wieder aufflammenden Konflikt wurden auf beiden Seiten der Grenze mittlerweile rund eine halbe Million Menschen vertrieben. Allein in dieser Woche wurden zudem mindestens 25 Menschen getötet. Am Samstag beschuldigten sich beide Seiten erneut gegenseitiger Angriffe. Nach dem Telefonat mit Trump sagte Anutin an Kambodscha gerichtet: "Derjenige, der gegen das Abkommen verstoßen hat, muss die Lage wieder richten." Kambodschas Ministerpräsident Manet teilte unterdessen mit, sein Land habe "stets auf friedliche Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten gesetzt". Kambodscha heiße einen Vorschlag Malaysias willkommen, die Kämpfe zu stoppen. Kambodscha macht Grenzen dicht Das kambodschanische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass Thailand weiterhin Bomben auf sein Territorium abwerfe. Daraufhin schloss das Land die gemeinsamen Grenzübergänge zu Thailand. Der Grenzkonflikt zwischen den beiden südostasiatischen Ländern besteht seit Jahrzehnten. Streitpunkt ist die Grenzziehung im sogenannten Smaragd-Dreieck. Dort grenzen die thailändische Provinz Surin und die kambodschanische Provinz Oddar Meanchey sowie Laos aneinander. Der Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907.