Zeit 21.01.2026
23:27 Uhr

Konflikt um Grönland: Klingbeil warnt vor zu großen Hoffnungen auf Grönland-Abkommen


Man dürfe sich nicht zu früh freuen, sagt Vizekanzler Lars Klingbeil zu Donald Trumps vager Grönland-Ankündigung. Schweden und Dänemark begrüßen die Deeskalation.

Konflikt um Grönland: Klingbeil warnt vor zu großen Hoffnungen auf Grönland-Abkommen
Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat nach der jüngsten Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu Grönland vor zu großem Optimismus gewarnt. "Es ist gut, dass ⁠man im Dialog ist, aber ​ein bisschen abwarten muss man schon und zu früh freuen sollte man sich auch nicht", sagte der Parteichef im ZDF. Nach dem "Hin und Her" der vergangenen Tage müsse ‍man zunächst abwarten, was substanziell zwischen ​Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte vereinbart ‌worden sei. Trump hatte zuvor ein ​Rahmenabkommen für ‌eine ⁠zukünftige Vereinbarung zu ​ Grönland bekannt gegeben. Diese sei bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Rutte zustande gekommen. Daher würden die für den 1. Februar angedachten ​US-Zölle nicht erhoben, schrieb Trump auf sozialen Netzwerken. Erst am Wochenende hatte Trump im Streit um Grönland mit Zöllen gegen mehrere EU-Staaten gedroht. Diese hatten daraufhin Widerstand angekündigt und Gegenzölle ins Spiel gebracht. Klingbeil führte den Kurswechsel der USA auf die geschlossene Haltung der Europäer zurück. Es sei richtig gewesen, dass die EU solidarisch an der Seite von Dänemark und Grönland gestanden und die staatliche Integrität betont habe. Außerdem verwies der SPD-Politiker auf die angespannte wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten. "Da ist ‍in den USA schon eine Nervosität entstanden", sagte der Bundesfinanzminister in Bezug auf die sich anbahnende Eskalation im Zollstreit. Dänemark und Schweden erleichtert Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigte sich indes erleichtert über die Ankündigung des US-Präsidenten. "Der Tag endet besser, als ‌er begonnen hat", sagte Rasmussen. Wichtig sei nun, dass eine Lösung gefunden werde, die die Menschen in Grönland respektiere. Dänemark wolle auf die Bedenken der USA eingehen, sagte er. Die schwedische Außenministerin Maria Stenergard äußerte sich ebenfalls erfreut. Es sei gut, dass der US-Präsident auf Strafzölle ⁠gegen die europäischen Länder verzichte. So wie es aussehe, habe die Zusammenarbeit der EU-Länder ihre Wirkung entfaltet. Der niederländische Regierungschef Dick Schoof nannte es "positiv, dass wir nun auf dem Weg zu einer Deeskalation" seien und zusätzliche Zölle vom Tisch seien. Ähnlich äußerte sich Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die Trump nahesteht. Details über Abkommen unklar Weder der US-Präsident noch der Nato-Generalsekretär nannten Details zu der jüngsten Einigung. Trump behauptete vor Journalisten, alle seien zufrieden mit dem Rahmenabkommen. Die weiteren Verhandlungen sollen Trump zufolge unter anderem Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff führen. Eine Sprecherin des Nato-Generalsekretärs teilte mit, Rutte habe ein sehr produktives Treffen mit Trump zur Sicherheit in der Arktisregion gehabt. "Die Verhandlungen zwischen Dänemark, Grönland und den Vereinigten Staaten werden fortgesetzt – mit dem Ziel sicherzustellen, dass Russland und China in Grönland niemals Fuß fassen, weder wirtschaftlich noch militärisch", sagte sie. Die Gespräche unter den Nato-Verbündeten über den vom US-Präsidenten erwähnten Rahmen würden sich nun darauf konzentrieren, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten. Die Sprecherin nannte in diesem Zusammenhang insbesondere die sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.