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23.01.2026
03:28 Uhr
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Ursula von der Leyen räumt Fehler der EU im Umgang mit der Arktis ein. Im nächsten Haushalt will die Kommissionspräsidentin die Unterstützung für Grönland verdoppeln.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ein Finanzpaket für Grönland und die Arktis angekündigt. "Wir arbeiten daran, die Beziehungen zwischen der EU und Grönland zu verbessern, und in diesem Zusammenhang wird die Kommission bald ein umfassendes Investitionspaket vorlegen", sagte die CDU-Politikerin nach einem EU-Sondergipfel vor dem Hintergrund politischer Spannungen mit den USA. Im nächsten EU-Haushalt ab 2028 will die Kommission laut von der Leyen die finanzielle Unterstützung für Grönland, das zum Hoheitsgebiet Dänemarks gehört, verdoppeln. Zudem müsse insbesondere in arktistaugliche Ausrüstung investiert werden – etwa in einen europäischen Eisbrecher. "Wir haben gemeinsam zu wenig in die Arktis und die Sicherheit der Arktis investiert", sagte sie. EU-Ratspräsident Antonio Costa sagte zudem, die EU werde sich weiterhin gegen jede Form von Nötigung verteidigen und für ihre Interessen, ihre Mitgliedstaaten und ihre Bürger eintreten: "Sie hat die Macht und die Instrumente, um dies zu tun und wird dies auch tun, wenn es nötig ist", sagte er. Von der Leyen will Zusammenarbeit mit Alliierten verstärken US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt immer wieder seinen Besitzanspruch auf die Arktisinsel bekräftigt. Am Wochenende drohte er mehreren europäischen Staaten mit Zöllen, nahm seine Drohung nach Widerstand aus der Europäischen Union und möglichen Gegenzöllen überraschend zurück. Der EU-Sondergipfel wurde nach den Drohungen vom Wochenende aufgesetzt. Trump hatte seinen Besitzanspruch mit sicherheitspolitischen Überlegungen begründet. Von der Leyen erklärte, sie wolle bei diesen Fragen die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten vertiefen. Auch die Zusammenarbeit mit Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen Partnern müsse diesbezüglich verstärkt werden. "Das ist zu einer echten geopolitischen Notwendigkeit geworden", sagte sie. Am Dienstagabend wurde nach einem Treffen von Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte bekannt, dass es erste Schritte einer Einigung gebe. Genaue Details des Rahmenabkommens sind noch nicht bekannt. Wie die ZEIT jedoch aus Teilnehmerkreisen erfuhr , soll den USA ein Mitbestimmungsrecht zugesichert werden, wenn Länder in Grönland investieren und Rohstoffe explorieren wollen. Das soll ein entsprechendes Vorgehen von China und Russland verhindern. Verfolgen Sie alle weiteren Entwicklungen in unserem Liveblog .