Zeit 30.01.2026
12:28 Uhr

Konflikt in Syrien: Syrische Zentralregierung schließt Abkommen mit SDF-Separatisten


Seit Monaten bekämpfen sich Separatisten und die syrische Zentralregierung. Nun legen beide die Waffen nieder. Die Separatisten sollen Teil von Syriens Armee werden.

Konflikt in Syrien: Syrische Zentralregierung schließt Abkommen mit SDF-Separatisten
Nach Monaten der Gefechte hat die syrische Regierung mit den Separatisten der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) ein Abkommen geschlossen. Dies teilten beide Seiten mit. Demnach sollen sich die SDF-Kräfte aus dem von ihnen kontrollierten Nordosten Syriens zurückziehen sowie Regierungstruppen in den Städten Hassaka und Kamischli im Nordosten stationiert werden. Außerdem soll die syrische Armee die kurdisch geführten SDF schrittweise und dauerhaft in ihre Reihen aufnehmen. Nach Angaben der SDF soll mit den kurdischen Kämpfern eine neue Militäreinheit entstehen, die drei Brigaden der SDF umfasst. Eine weitere SDF-Brigade soll Teil einer Einheit der Regierungstruppen in der Provinz Aleppo werden. Die syrische Übergangsregierung will auch die "Verantwortung" über die Gefangenen der SDF übernehmen, darunter Kämpfer der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) . Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Wochen vorrangig an der Frage entzündet, ob SDF-Kämpfer einzeln oder in größeren Einheiten in eine neue syrische Armee integriert werden. Übergangsregierung drängte SDF weit zurück Dem ‌Abkommen waren erhebliche Geländegewinne der Streitkräfte der Regierung von Präsident Ahmed al-Scharaa ⁠vorausgegangen. Die Regierungstruppen hatten bei einer Offensive im Norden und Osten Syriens SDF-Kämpfer aus mehreren Gebieten vertrieben, darunter aus zwei Vierteln der nordsyrischen Großstadt Aleppo und dem östlichen Teil von Deir al-Sur. Die SDF hatten einige dieser Gebiete seit dem Bürgerkrieg in Syrien kontrolliert. Das Abkommen gilt als Rückschlag für die Autonomiebestrebungen der Kurden; vordergründig ist damit eine der drängendsten Machtfragen im noch jungen neuen Syrien beantwortet. Beim Sieg über die IS-Miliz in Syrien 2019 hatten die von den USA unterstützten SDF einen wichtigen Beitrag geleistet. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt inzwischen die islamistische Übergangsregierung von Al-Scharaa. Dessen HTS-Miliz hatte im Dezember 2024 den Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad herbeigeführt. Die Übergangsregierung steht in der Kritik, Minderheiten in Syrien nicht ausreichend zu schützen, etwa Alawiten, Drusen und Kurden. Die Menschenrechtslage in Syrien gilt als fragil.