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21.01.2026
11:16 Uhr
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Bis 2035 sollen in allen EU-Ländern DSL-Verbindungen durch moderne Anschlüsse ersetzt werden. Die EU-Kommission fordert dafür verbindliche Pläne der Mitgliedsstaaten.

Die EU-Kommission will den 27 Mitgliedsländern mehr Zeit für den Umstieg auf Glasfaser geben. Bis 2035, und damit fünf Jahre später als bisher geplant, solle der Ausbau abgeschlossen und bisherige DSL-Anschlüsse abgeschaltet sein, teilte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen in Straßburg bei der Vorstellung des Gesetzesvorschlags mit. Dafür sollen die Mitgliedsstaaten dem Vorschlag nach bis 2029 verbindliche Pläne vorlegen. Die Verbraucher sollen laut EU-Kommission durch die DSL-Abschaltungen keine Nachteile erfahren dürfen und sich auf eine durchgehende Versorgung mit Internet verlassen können. Vereinzelte Ausnahmen soll es demnach geben, wenn Kupferleitungen noch immer die beste Lösung bleiben, etwa weil der Verbau von Glasfaser zu teuer ist. Für Deutschland steht noch kein Datum für den vollständigen Umstieg auf Glasfaser fest. Die Bundesnetzagentur legte aber bereits einen Fahrplan vor: Sobald vier von fünf Haushalten und Unternehmen in der Bundesrepublik mit Glasfaser versorgt sind, soll eine schrittweise Abschaltung der DSL-Anschlüsse und Kupferkabel beginnen. Zwei Jahre vor der Abschaltung sollen die Unternehmen keine Verträge mehr für DSL-Anschlüsse vertreiben. Ein Jahr vor der Abschaltung will die Bundesnetzagentur alle Verbraucherinnen und Verbraucher informieren. Mehr Investitionen in Mobilfunknetze Glasfaser gilt als die beste Technologie, um den steigenden Bedarf an Datenmassen zu decken. Auch Fernsehkabel sind in der Datenübertragung recht schnell. Ein Großteil der Internetanschlüsse wird derzeit aber immer noch über Kupfer-Telefonleitungen betrieben (VDSL). Das gilt als Auslaufmodell mit relativ niedrigem Übertragungstempo. Daneben sollen die Vorschläge zu mehr Investitionen im Ausbau von Mobilfunknetzen führen. Die EU war bei der Einführung von 5G langsamer als ihre internationalen Konkurrenten, wie die Kommission 2024 selbst eingeräumt hatte. Sie führt das auch auf große Unterschiede zwischen den EU-Staaten bei der Genehmigung von Frequenzen zurück. Das soll besonders bei der nächsten Generation des Mobilfunkstandards (6G) nicht wieder passieren. So soll verhindert werden, dass EU-Länder wirtschaftlich abgehängt werden könnten. Die Vergabe von Frequenzen an Telekommunikationsanbieter soll neu geregelt werden. Die EU-Kommission will die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen vereinheitlichen und zudem unbefristet machen, um Telekom, Vodafone und Co. mehr Planungssicherheit zu geben. In Deutschland hatten die zuletzt 2019 versteigerten Lizenzen eine Laufzeit bis 2040.