Zeit 05.03.2026
16:34 Uhr

Köln: Touristen müssen für Kölner Dom bald Eintritt zahlen


Kirchen, die Eintritt verlangen, sind in Deutschland eine Seltenheit. Der Kölner Dom wird diesen Weg gehen und in Zukunft Eintritt von Touristen verlangen.

Köln: Touristen müssen für Kölner Dom bald Eintritt zahlen
Der Kölner Dom führt ein Eintrittsgeld ab der zweiten Jahreshälfte ein. Der genaue Betrag wurde bisher jedoch noch nicht festgelegt. Das Domkapitel gab diese Entscheidung in Köln bekannt. Der Eintritt gilt für Touristen, der Besuch eines Gottesdienstes oder zum persönlichen Gebet soll in der Kathedrale weiterhin kostenfrei bleiben, sagte Dompropst Guido Assman. Mit dem Geld wolle man aber die finanzielle Situation der Kathedrale stabilisieren. Bisher ist der Zutritt in die Kölner Kathedrale grundsätzlich kostenfrei. Lediglich für den Eintritt zur Domschatzkammer und den Aufstieg in den Turm müssen Besucherinnen und Besucher zahlen. Den Kölner Dom besuchen jährlich rund sechs Millionen Menschen aus der ganzen Welt. Damit ist er Deutschlands bekannteste Kirche. Finanzielle Lage Seit 2019 gibt die Kathedrale mehr Geld aus, als sie einnimmt. Vor allem Sach- und Personalkosten waren in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, sagte Domrendant und Verantwortlicher für den Wirtschaftsplan der Kathedrale, Clemens van de Ven. Damit seien die Rücklagen "in absehbarer Zeit" aufgebraucht. 2024 hatte der Dom in seinem Finanzbericht ein Minus von 240.000 Euro verzeichnet. Ausgaben von rund 14,2 Millionen Euro standen Einnahmen von rund 14 Millionen Euro gegenüber. Die Einnahmen der Kathedrale stammten vom gemeinnützigen Zentral-Dombau-Verein, vom Land NRW und der Stadt Köln, dem Erzbistum sowie aus Spenden und Eintrittsgeldern für Turm und Schatzkammer. Erhalt des Doms kostet 23.200 Euro am Tag In den vergangenen Jahren glich der Dom die finanzielle Schieflage immer wieder durch Rücklagen aus. "Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo wir sehen, die Rücklagen sind in absehbarer Zeit aufgezehrt", sagte van de Ven. "Viele Menschen kommen nach Köln wegen des Kölner Doms", sagte Assmann. Von den sechs Millionen Besucherinnen und Besuchern seien die allermeisten Touristen. Die verursachen laut van de Ven auch viel Verschmutzung. Die Erhaltungskosten der Kathedrale belaufen sich unter anderem daher laut Dombaumeister Peter Füssenich jeden Tag auf 23.200 Euro. In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Eine Ausnahme bildet zum Beispiel der evangelische Berliner Dom. Allerdings kosten zum Beispiel Turmbesteigungen und Kirchenschatz-Ausstellungen auch hierzulande häufig Eintritt. Im Ausland sind Zugangsgelder für Kirchen üblicher. Die Sagrada Família in Barcelona kostet etwa 26 Euro, der Stephansdom in Wien 29 Euro.