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17.12.2025
13:09 Uhr
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Der Vatikan hat die Ordensschwestern, die ihr ehemaliges Kloster besetzen, zum Rückzug aus dem Internet bewogen. Dort hatten die Nonnen viel Aufmerksamkeit erregt.

Die drei Nonnen, die seit September das Kloster Goldenstein bei Salzburg besetzen , stellen ihre Aktivitäten in den sozialen Medien vorerst ein. Sie zögen sich "ab sofort und bis auf Weiteres" von den Plattformen Instagram und Facebook zurück, teilten die drei Schwestern Bernadette, Regina und Rita mit. Rund 280.000 Menschen folgten zuletzt dem Instagram-Account der Nonnen, die sich seit Monaten gegen einen Umzug in ein Altenheim wehren. Zu sehen sind dort kurze Videos aus dem Alltag der Seniorinnen im besetzten Kloster. Nonnen nicht für Inhalte verantwortlich? In der Mitteilung distanzierten sich die Nonnen von den Accounts ausdrücklich: "Zugleich möchten wir klarstellen, dass insbesondere die Accounts 'nonnen_goldenstein' (Instagram) und 'nonnengoldenstein' (Facebook) zu keinem Zeitpunkt von uns selbst betrieben wurden." Alle dort veröffentlichten Beiträge und Kommentare seien ihnen "weder vorab zur Kenntnis gebracht" noch im Nachhinein von ihnen abgesegnet worden. "Insofern sind wir für den Inhalt der Posts und Kommentare, die in unserem Namen auf den genannten Plattformen veröffentlicht wurden, in keiner Weise verantwortlich." Sollten die Accounts weiter aktiv betrieben werden, geschehe dies ausdrücklich gegen ihren Willen. Entscheidung nach Briefwechsel mit Vatikan Als Grund für ihren Rückzug nannten die Schwestern Post aus dem Vatikan. Von dort hätten sie vor wenigen Tagen Antwort auf einen Brief erhalten. In diesem hatten die Nonnen ihren Probst scharf angegriffen , schwere Vorwürfe erhoben und seine Absetzung gefordert. Nach Angaben der Ordensfrauen arbeitet die zuständige vatikanische Stelle daran, eine "gerechte, menschliche und nachhaltige Lösung" für den Klosterstreit bei Salzburg zu finden. In diesem Zusammenhang habe der Vatikan sie "eingeladen, die verbleibende Adventszeit und die kommende Weihnachtszeit in innerer Ruhe und Besinnung im Geist der Klausur zu verbringen". Dafür sollten sie ihre "Außentätigkeiten angemessen reduzieren". Die Ordensfrauen dankten der Öffentlichkeit für die Anteilnahme und Unterstützung der vergangenen Monate. Ohne die mediale Aufmerksamkeit wären sie "der Rücksichtslosigkeit und Willkür unseres Oberen schutz- und hilflos ausgeliefert gewesen". Vom Vatikan erhofften sie sich nun Beistand, damit ihnen "eine friedliche Zukunft in unserem Kloster" ermöglicht werde. Die lange Vorgeschichte Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, alle drei über 80 Jahre alt, hatte international Schlagzeilen provoziert. Anfang September waren sie gegen den Willen ihres Vorgesetzten aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Das Gebäude gehört seit 2022 zu gleichen Teilen dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern gaben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie jedoch Ende 2023 in ein Heim umziehen. Ihr Probst hatte den Nonnen ursprünglich ein Angebot über ihren Verbleib im Kloster Goldenstein unterbreitet, den die Schwestern allerdings als "Knebelvertrag" abtaten. Daraufhin hatte der Probst den Vatikan eingeschaltet , an den die Schwestern im Anschluss besagten Brandbrief schrieben.