Zeit 03.12.2025
13:16 Uhr

Kloster Goldenstein: Rebellische Nonnen wenden sich mit Vorwürfen gegen Probst an Vatikan


Die drei Nonnen vom Kloster Goldenstein und der Probst finden weiter keine Einigung. Die Frauen schrieben nun dem Vatikan: Sie fordern die Absetzung ihres Vorgesetzten.

Kloster Goldenstein: Rebellische Nonnen wenden sich mit Vorwürfen gegen Probst an Vatikan
Im Konflikt mit ihrem Vorgesetzten um die Bewohnung des Klosters Goldenstein bei Salzburg haben die drei betroffenen Nonnen einen Brandbrief an den Vatikan verfasst. In dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur KNA vorliegt, werfen sie ihrem Stiftsleiter Propst Markus Grasl vor, schwerwiegend gegen kirchenrechtliche Vorgaben verstoßen zu haben. Die Ordensschwestern baten den Heiligen Stuhl außerdem um die Absetzung ihres Vorgesetzten. Grasl war 2022 vom Vatikan zum Leiter des Klosters in Österreich ernannt worden, da der Orden zu klein geworden war, um sich selbst zu verwalten. "Obwohl seine Ernennung damals unserem Wunsch entsprach, hat sich dieser Wunsch später als Irrtum erwiesen", schrieben die betagten Schwestern in dem Brief. Das Schicksal der Nonnen, die alle über 80 Jahre alt sind, hatte in den vergangenen Monaten international für Schlagzeilen gesorgt. Anfang September waren sie gegen den Willen Grasls aus dem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Sie verschafften sich mithilfe eines Schlüsseldienstes Zutritt zum leer stehenden Kloster nahe der bayerischen Grenze, wo sie jahrzehntelang gewohnt und in der Klosterschule gearbeitet hatten. Probst schaltete Vatikan ein Mit ihrer Besetzung und der darauffolgenden Medienpräsenz gerieten Schwester Rita (82), Schwester Regina (86) und Schwester Bernadette (88) in Konflikt mit ihrem Stiftsleiter. Vor wenigen Tagen hatte Grasl den Schwestern schließlich ein Angebot vorgelegt , das ihnen den Verbleib im Kloster "bis auf Weiteres" zusichern sollte – allerdings unter Auflagen. Den Frauen würde ein altersgerechtes Leben im Kloster ermöglicht, sie müssten dafür aber zu einem Leben in klösterlicher Abgeschiedenheit zurückkehren, hieß es in dem Papier. Sie müssten etwa alle Aktivitäten in sozialen Medien einstellen. Der Instagram-Kanal der Nonnen wurde mittlerweile von rund 111.000 Menschen abonniert. Die Schwestern, die auch mit Anzeigen gegen Grasl und andere Kirchenvertreter vorgegangen waren, sollten zudem alle juristischen Schritte unterlassen und sich von ihrem Anwalt trennen. Das lehnten alle drei Frauen ab. Daraufhin schaltete der Probst den Vatikan ein . Die Angelegenheit liege "jetzt nicht mehr in den Händen des Propstes", sondern in Rom, hieß es von seinem Sprecher. Der Plan zur Lösung des Konflikts wurde nicht in Gesprächen mit den Nonnen erarbeitet. Das monieren die Ordensschwestern auch in ihrem Brief an den Vatikan. "Jede direkte Kommunikation mit uns lehnt er ab und kommuniziert ausschließlich über die Medien", hieß es in dem Schreiben. "Stattdessen hat er uns gegen unseren Willen, entgegen seinen eigenen Zusicherungen und unter Verletzung staatlichen Rechts aus unserem Kloster ausgewiesen und in einem Altenheim untergebracht." Um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden, beantragen sie eine Neubesetzung seines Amtes.