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06.03.2026
15:26 Uhr
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Forscher haben die Erderwärmung untersucht und Faktoren herausgerechnet, die natürliche Temperaturschwankungen verursachen. Ergebnis: Die Erde erhitzt immer schneller.

Einer Studie zweier Klimaforscher zufolge hat sich die Erderwärmung seit rund zehn Jahren stark beschleunigt. Während die globale Temperatur von 1970 bis 2015 um durchschnittlich 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt gestiegen sei, seien es in der Dekade danach etwa 0,35 Grad gewesen, schreiben Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der US-Statistiker Grant Foster im Fachjournal Geophysical Research Letters. Die Jahre 2023 und 2024 waren die bislang wärmsten seit Beginn der Messungen. Bislang war allerdings unklar, ob sich die Erwärmung auch beschleunigt hat. Um dies zu prüfen, haben die beiden Forscher natürliche Schwankungen, etwa Einflüsse durch Vulkanismus, Sonnenzyklen oder das Klimaphänomen El Niño , herausgerechnet. So berechnet, bleiben 2023 und 2024 trotzdem die wärmsten Jahre seit Messungsbeginn. "Starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung" "Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen", sagte Co-Autor Foster. "Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige Rauschen geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt." Setzt sich der aktuelle Trend fort, würde die im Pariser Klimaabkommen anvisierte Grenze von maximal 1,5 Grad Celsius Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit voraussichtlich 2028 oder 2029 erreicht. "Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt letztlich davon ab, wie rasch wir die globalen CO₂-Emissionen aus fossilen Energien auf null reduzieren", sagte Rahmstorf. Die 1,5-Grad-Grenze gilt erst als überschritten, wenn die Temperatur einige Jahre entsprechend hoch ist. Der Klimaexperte Helge Gößling vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) hält den Ansatz der Studie für angemessen. "Die Methode ist aus meiner Sicht sinnvoll, um natürliche Schwankungen des Temperaturanstiegs herauszurechnen und zu robusteren Aussagen zu kommen." Die Auswirkungen von Sonnenzyklen, El-Niño-Phasen und Vulkanismus würden seit vielen Jahrzehnten beobachtet, sodass man diese Faktoren recht gut einschätzen könne.