Zeit 22.11.2025
18:45 Uhr

Klimakonferenz in Belém: Merz will mit Lula tanzen gehen


Nach einer umstrittenen Bemerkung über Belém hat der Bundeskanzler sich mit dem brasilianischen Präsidenten versöhnt. Sollte er wieder in die Stadt kommen, gibt es Pläne.

Klimakonferenz in Belém: Merz will mit Lula tanzen gehen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich nach seiner viel kritisierten Äußerung über die brasilianische Stadt Belém mit dem brasilianischen Präsident Luiz Inácio Lula da Silva offenbar versöhnt. Aus dem Umfeld von Merz hieß es nach dem Telefonat, Lula habe dem Kanzler Tipps für Restaurantbesuche für seinen nächsten Besuch in Belém gegeben und ihm auch Tänze genannt, die er ausprobieren könne. Der Kanzler habe daraufhin gesagt: "Super, nächstes Mal gehen wir zusammen tanzen." Zuvor hatte Merz nach seiner Rückkehr von der Weltklimakonferenz in Belém gesagt: "Ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben", sagte er. "Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind." Keine Entschuldigung von Merz Die Äußerung hatten viele Menschen in Brasilien, aber auch in Deutschland, als abschätzig und beleidigend empfunden. Auch Lula schaltete sich ein. Merz hätte in eine Bar gehen, dort tanzen und die lokale Küche probieren sollen, meinte der Präsident, "denn dann hätte er gemerkt, dass Berlin ihm nicht einmal zehn Prozent der Qualität bietet, die der Bundesstaat Pará und die Stadt Belém bieten". Nach seiner Äußerung hatte sich Merz geweigert, sich zu entschuldigen . Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, der Kanzler habe sich nicht "missfallend" oder gar "angewidert" über die Stadt geäußert. "Er hat gesagt, wir leben in einem der schönsten Länder der Welt, und das hat er auf Deutschland bezogen", sagte Kornelius. Brasilien gehöre zwar sicherlich auch zu den schönsten Ländern der Welt. "Aber dass der deutsche Bundeskanzler hier eine kleine Hierarchisierung vornimmt, ist, glaube ich, jetzt nicht verwerflich." Merz war bereits mehrfach wegen ähnlicher Aussagen kritisiert worden. Erst kürzlich hatte er mit Blick auf die Migrationspolitik von Problemen im Stadtbild gesprochen, im Januar 2023 hatte er die Söhne von Migranten als "kleine Paschas" bezeichnet .