Zeit 03.12.2025
11:46 Uhr

Kleine Anfrage der Grünen: Russische Spionagesatelliten überfliegen Deutschland mehrmals täglich


Die Zahl russischer Spionagesatelliten habe zugenommen, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. Es komme daher "täglich zu einer zweistelligen Anzahl von Überflügen".

Kleine Anfrage der Grünen: Russische Spionagesatelliten überfliegen Deutschland mehrmals täglich
Jeden Tag fliegen mehrmals russische Spionagesatelliten über Deutschland. Es komme "täglich zu einer zweistelligen Anzahl von Überflügen", heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Weltraumsicherheit, die der ZEIT vorliegt. Da die Anzahl russischer Aufklärungssatelliten in den vergangenen fünf Jahren zugenommen habe, habe sich "auch die Anzahl der Überflüge über Deutschland entsprechend erhöht", schreibt der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Sebastian Hartmann (SPD), in der Antwort. Seit 2020 habe es zudem "mehrere Fälle von Störungen europäischer und deutscher Satelliten" gegeben. Die Bundesregierung verweigerte die Antwort auf mehrere Fragen der Bundestagsabgeordneten. "Die öffentliche Beantwortung der Fragen würde unmittelbar oder mittelbar Rückschlüsse auf die Fähigkeiten der Bundeswehr zur Aufklärung von Einflussnahmeversuchen oder Spionage anderer Staaten ermöglichen", hieß es zur Begründung. Dies würde den "Schutz der Weltraumsysteme" und die "Fähigkeiten der Bundeswehr" gefährden. Keine Antwort gab es zum Beispiel auf Fragen nach der Annäherung russischer Satelliten an westliche oder auf Fragen nach Störungsversuchen und Blendvorfällen durch Laser. Auch die Frage, ob Übungen mit ukrainischen Streitkräften in Deutschland abgesagt wurden, weil es Hinweise auf eine Ausspähung durch russische Satelliten gab, blieb unbeantwortet. Strategie für Weltraumsicherheit Das Bundeskabinett hat Mitte November eine Strategie für Weltraumsicherheit beschlossen . Darin sind Leitlinien für einen Schutz des Landes vor Gefahren im und aus dem Weltall aufgeführt. Allein das Bundesverteidigungsministerium wird den Angaben zufolge für den Bereich Weltraum in den nächsten Jahren rund 35 Milliarden Euro investieren. "Wir müssen, und das ist die Kernaufgabe, auch im All die Fähigkeit zur Abschreckung und Verteidigung haben und ausbauen. Und auch dort muss die Abschreckung glaubwürdig sein", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung der Strategie. Russland und China stellten sich auf, um auf andere Satelliten Einfluss zu nehmen. "Wir erleben bereits heute, dass zum Beispiel Russland regelmäßig das GPS-Signal im Ostseeraum stört", sagte Pistorius. Störungen bei Satelliten können gravierende Folgen für die Navigation von Flugzeugen und Schiffen, die militärische Aufklärung und viele Alltagsdienste etwa auf Smartphones haben.