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29.11.2025
05:36 Uhr
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Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft kommt der Ausbau der Kinderbetreuung nicht voran. Die Lage sei besonders in Westdeutschland angespannt.

Für rund 300.000 Kinder unter drei Jahren fehlen in Deutschland laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Kitaplätze. Damit haben 14,2 Prozent der unter Dreijährigen mit Betreuungsbedarf keinen Platz, wie die Untersuchung zeigt. Besonders im Westen bleibe die Lage "angespannt", heißt es in der Studie, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Bereits im Vorjahr hatte eine IW-Studie von rund 300.000 fehlenden Kitaplätzen berichtet. Laut IW wünschen sich Eltern für insgesamt 1,1 Millionen Kinder dieser Altersgruppe einen Betreuungsplatz. Rund 800.000 Kinder wurden institutionell betreut. In die Berechnung des arbeitgebernahen Instituts eingeflossen war eine repräsentative Befragung der Regierung zu den Betreuungswünschen. Das IW verwendete zudem Betreuungs- und Gesamtdaten des Statistischen Bundesamts zu Kindern. Die Zahlen schwanken über die Jahre. Die meisten Kinder waren laut der Erhebung 2023 in institutioneller Betreuung, nämlich 857.000 Mädchen und Jungen. Bis heute sank die Zahl um 56.000. Als Hauptgrund nennt das Institut stark gesunkene Kinderzahlen. In Nordrhein-Westfalen fehlen laut Studie 85.000 Kitaplätze Wie verbreitet es ist, dass Wunsch und Wirklichkeit bei der Kinderbetreuung auseinanderklaffen, hängt vom Wohnort ab. In Ostdeutschland haben laut Studie 7,3 Prozent der Kinder unter drei mit Bedarf keinen Platz – im Westen 15,6 Prozent. In Nordrhein-Westfalen fehlen demnach zum Beispiel 85.000 Plätze. Damit gehen im bevölkerungsreichsten Bundesland 18 Prozent der Kinder, für die es Bedarf gibt, leer aus. In den Ländern mit den anteilsmäßig größten Lücken, Bremen, Rheinland-Pfalz und im Saarland, fehlt es laut der Studie für jeweils knapp 19 Prozent der Kinder unter drei an Plätzen. In der Hauptstadt Berlin schrumpfte die Lücke innerhalb von fünf Jahren um fast vier Prozentpunkte auf 10,6 Prozent. Vergangenes Jahr fehlte es laut der IW-Vorgängerstudie an 306.000 Kitaplätzen für Kinder unter drei. Für 13,6 Prozent der Kinder mit Bedarf gab es keinen Platz. Insgesamt schreite der Ausbau von Betreuungsplätzen in Deutschland "derzeit kaum voran", hieß es damals. Auch diesmal forderte das IW, die Politik müsse vor allem im Westen den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur weiter vorantreiben.