Zeit 16.02.2026
13:23 Uhr

Karneval: Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf und Mainz gestartet


In den Karnevalshochburgen sind die Umzüge zum Rosenmontag angelaufen. Die Jecken nehmen unter anderem Wladimir Putin, Donald Trump und Friedrich Merz aufs Korn.

Karneval: Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf und Mainz gestartet
In Köln und weiteren Städten sind die Karnevalsumzüge zum Rosenmontag angelaufen. Der sieben Kilometer lange und damit bundesweit größte Umzug "Zoch" in Köln setzte sich um 10.00 Uhr in Bewegung. Der Mainzer Zug begann um 11.11 Uhr, in Düsseldorf war der Start für 12.12 Uhr angesetzt. Mit ihren politischen Mottowagen spotten die Jecken in diesem Jahr unter anderem über US-Präsident Donald Trump, Russlands Staatschef Wladimir Putin, das Regime der Mullahs im Iran sowie die AfD und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Karnevalisten belächeln russischen Prozess gegen Bildhauer Tilly In Düsseldorf ist ein Verfahren gegen den Bildhauer Jacques Tilly Thema eines Wagens. Dabei spießt Putin den Hoppeditz mit einem Schwert auf. Die Düsseldorfer Karnevalsfigur wiederum schlägt dem russischen Staatschef mit einer Narrenpritsche auf den Kopf. Hintergrund ist ein Prozess gegen Tilly, der in Moskau läuft. In Abwesenheit des Bildhauers wird dort wegen der Verunglimpfung russischer Staatsorgane gegen ihn ermittelt. In Köln erklärten sich die Jecken für solidarisch mit Tilly: "Mer ALL sin Tilly" war dort auf einem Wagen zu lesen. Putin ist dabei nicht abgebildet, allerdings zeigte eine Fußgruppe der Ukraine-Hilfsorganisation Blau-Gelbes Kreuz im "Zoch" Zeichnungen von früheren Putin-Persiflagen Tillys auf Schildern. "Was ihm da widerfahren ist, ist unsagbar, für uns nicht aushaltbar, und da ist natürlich auch ganz klar, dass wir zusammenstehen wie eine Wand", sagte Christoph Kuckelkorn, Präsident der Kölner Karnevalisten, zur Solidarität mit Tilly. Tilly hatte in den vergangenen Jahren unter anderem einen Wagen mit der Aufschrift "Hitler-Stalin-Pakt 2.0" gestaltet. Dabei zerquetschten Putin und Trump den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Zuvor hatte er den russischen Präsidenten auch in einer mit Blut gefüllten Ukraine-Badewanne gezeigt. In Düsseldorf war Putin zudem auf weiteren Wagen zu sehen, auf denen er eine AfD-Drohne mit dem Kopf von Parteichefin Alice Weidel steuert, sowie gemeinsam mit US-Präsident Trump ein verschreckt blickendes Europa verschlingt. Trump war auch auf einem weiteren Wagen abgebildet, auf dem er mit seinem Arm mit der Aufschrift ICE in Anlehnung an die US-Abschiebebehörde ins Gesicht von Jesus schlägt. Merz und Klingbeil als Groko-Fetischisten Die Proteste der Menschen im Iran gegen das dortige Regime sind ebenfalls Thema der Umzüge: In Düsseldorf fuhr ein Wagen mit einem sich auflösenden Mullah, dem Blutstropfen aus dem Mund tropfen. Die Kölner Karnevalisten zeigten Religionsführer Ali Chamenei, wie er Demonstrierende auffrisst und ein Blutbad verursacht. Aber auch die Bundespolitik wird bei den Zügen aufs Korn genommen. In Düsseldorf ritt Bundeskanzler Merz etwa mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) auf einem Verbrenner-Dinosaurier. In Köln ist Merz als "Kanzler der Schmerzen" zu sehen, wie er und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sich mit Fetischoutfits im "Groko Happy Aua Club" den Hintern versohlen. Beim Umzug in Köln sollen die ersten Wagen nach fast vier Stunden das Ende der Zugstrecke erreichen. Auf die Feiernden warten rund 300 Tonnen Süßigkeiten und etwa 300.000 Blumensträußchen. In Köln wird mit dem Sessionsmotto "ALAAF – Mer dun et för Kölle" gefeiert. Mit dem Motto will das Festkomitee nach eigenen Angaben den Fokus auf rund 200.000 Menschen richten, die sich in Köln ehrenamtlich engagieren.