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17.12.2025
06:29 Uhr
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Der US-Präsident hat eine Seeblockade in der Karibik ausgerufen. Sie soll sich gegen "sanktionierte" Öltanker richten, die Venezuela anlaufen oder verlassen.

US-Präsident Donald Trump hat eine Seeblockade vor Venezuela gegen bestimmte Öltanker angekündigt. "Heute ordne ich eine totale und vollständige Blockade aller sanktionierten Öltanker an", die Venezuela anlaufen oder verlassen würden, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Die venezolanische Regierung wies Trumps Ankündigung als "groteske Drohung" zurück. In einer Mitteilung hieß es, Trump gehe in seinen Bemerkungen in den sozialen Medien davon aus, dass Venezuelas Öl-, Land- und Bodenschätze Eigentum der USA seien, und fordere deren Herausgabe. Er beabsichtige auf "völlig irrationale Weise" eine vermeintliche Seeblockade gegen Venezuela zu verhängen, um sich den Reichtum des Landes anzueignen. Die Regierung des autoritär regierenden Nicolás Maduro kündigte an, den Vorfall vor die Vereinten Nationen zu bringen. Zuvor hatte der US-Präsident behauptet, das Land habe den USA Öl, Land und andere Vermögenswerte gestohlen. Er bezeichnete die venezolanische Regierung deshalb als "ausländische Terrororganisation". Zudem warf Trump der Regierung von Maduro vor, Drogenhandel und andere Verbrechen mit dem Verkauf von Erdöl zu finanzieren. Die USA hatten erst vor wenigen Tagen Sanktionen gegen mehrere Schiffe erlassen , die venezolanisches Öl transportieren. Der Ölpreis zog nach Trumps Ankündigung an. US-Rohöl der Sorte WTI verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 55,99 Dollar je Barrel. Trump droht baldige Bodeneinsätze in Venezuela an Wie die US-Regierung die Blockade durchsetzen will, war zunächst unklar. In den vergangenen Monaten hat das Verteidigungsministerium jedoch Tausende Soldaten und mehrere Kriegsschiffe, darunter einen Flugzeugträger, in die Region verlegt. Trump drohte außerdem erneut, das US-Militär werde bald mit Bodeneinsätzen in Venezuela beginnen. Das US-Militär geht in der Karibik nahe Venezuela bereits seit Monaten gegen kleinere Boote vor. Die Angriffe, bei denen bislang mehr als 90 Menschen starben, begründet die US-Regierung mit angeblichem Drogenschmuggel. Beweise legte sie bislang nicht vor. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig. Zudem brachten die USA Kriegsschiffe vor Venezuela in Stellung. In der vergangenen Woche hatte das US-Militär zudem einen Öltanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt . Laut US-Angaben soll das Schiff gegen Sanktionen verstoßen haben. Venezuela warf den Vereinigten Staaten einen "Akt internationaler Piraterie" vor.