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10.12.2025
20:46 Uhr
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Ein Bundesgericht hat die US-Regierung angewiesen, den Einsatz der kalifornischen Nationalgarde in L. A. zu beenden. Der Präsident habe seine Befugnisse überschritten.

Ein Bundesrichter hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump angewiesen, ihren Einsatz von Soldaten der Nationalgarde Kaliforniens in Los Angeles zu beenden. Trump habe seine Befugnisse überschritten, sagte Richter Charles Breyer. Es gebe keine Beweise für die Darstellung der Regierung, die Proteste gegen die Einwanderungsbehörden seien eine Rebellion, die den Einsatz von Truppen rechtfertige. Mit seiner Entscheidung gab Richter Breyer einer Klage des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom statt und forderte die US-Regierung auf, die Kontrolle über die Nationalgardisten an Newsom zurückzugeben. Seine Anordnung setzte Breyer noch bis Montag aus. So hat die Regierung Zeit, vor dem Inkrafttreten in Berufung zu gehen. Die Gründerväter hätten das Regierungssystem in den USA auf gegenseitige Kontrollen ausgelegt, hieß es in der Begründung des Richters. Die US-Regierung mache jedoch klar, dass sie statt echter Kontrolle nur einen Blankoscheck wolle. Sechs Monate nachdem sie die kalifornische Nationalgarde erstmals unter Bundeskontrolle gestellt habe, behalte sie weiterhin die Kontrolle über einige Gardisten. Es gebe allerdings keine Anzeichen dafür, dass die Vollstreckung von Bundesgesetzen in irgendeiner Weise behindert werde, argumentierte der Richter. Kaliforniens Gouverneur Newsom spricht von illegalem Einsatz Gouverneur Newsom begrüßte die Anordnung des Richters: "Die heutige Entscheidung ist mehr als klar – die Bundeskontrolle der Nationalgarde in Kalifornien ist illegal und muss enden." Das Weiße Haus wiederum teilte mit, die Regierung werde in dieser Frage letztlich obsiegen. Trump habe die Befugnis , Truppen als Reaktion auf "gewalttätige Unruhen" zu entsenden. Im Juni hatte Trump 4.000 Nationalgardisten sowie 700 Marineinfanteristen nach Los Angeles geschickt, nachdem es dort zu teils gewaltsamen Protesten gegen seine Abschiebungspolitik gekommen war. Das Kommando der Nationalgarde obliegt normalerweise dem jeweiligen Gouverneur. Nur unter bestimmten Umständen darf der Präsident die Streitkräfte einsetzen. Bei der Entsendung berief Trump sich daher auf ein Gesetz, nach dem er die Nationalgarde einsetzen darf, wenn "eine Rebellion oder die Gefahr einer Rebellion" besteht. Trump hat Nationalgarde in den vergangenen Monaten in mehrere Städte entsandt In Los Angeles sind derzeit noch rund 100 Nationalgardisten stationiert. Die US-Regierung verlängerte den Einsatz zuletzt bis Februar. Anwälte des US-Justizministeriums erklärten, die Regierung benötige in der Gegend weiterhin Nationalgardisten zum Schutz von Bundespersonal und Eigentum. Zugleich versuchte die Regierung, Mitglieder der kalifornischen Nationalgarde auch in Portland im Bundesstaat Oregon einzusetzen. Die Entsendung von Truppen nach Chicago, Washington, Memphis und Portland bezeichnete Trump als notwendig, um Kriminalität zu bekämpfen und Bundeseigentum zu schützen. Die örtlichen Behörden bezeichneten die Einsätze dagegen als unnötig. Da in mehreren Städten Klagen gegen die Einsätze anhängig sind, könnte der Oberste Gerichtshof der USA letztendlich zur Entscheidung über die Rechtmäßigkeit herangezogen werden.