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17.12.2025
12:29 Uhr
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In den kommenden Monaten soll eine Rentenkommission Reformvorschläge zur Altersvorsorge ausarbeiten. Die Bundesregierung plant zudem die Einführung einer Frühstartrente.

Die Bundesregierung hat eine Rentenkommission beauftragt, Vorschläge für eine Reform der Alterssicherung auszuarbeiten. "Nach einem Leben voller Arbeit im Alter gut abgesichert zu sein, ist das Kernversprechen des Sozialstaats", sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Damit dies auch in Zukunft gesichert sei, soll die Kommission beraten, welche Anpassungen an der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge dafür nötig seien. Die Kommission soll ihre Arbeit im Januar aufnehmen und bis Ende Juni 2026 Reformvorschläge vorlegen. Sie soll dabei an bereits von der Bundesregierung eingeleiteten Maßnahmen anschließen. Die Rechtswissenschaftlerin Constanze Janda und der ehemalige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sollen das Gremium leiten. Der Kommission gehören zudem drei Bundestagsabgeordnete und acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. Die Deutsche Rentenversicherung Bund wird als Sachverständige teilnehmen. Vorsitzender der Jungen Gruppe in Kommission berufen Zuvor hatte die Regierung ein erstes Reformpaket für die gesetzliche Rente beschlossen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) setzte die Verabschiedung gegen Widerstände in der eigenen Fraktion mit der von ihm geforderten Kanzlermehrheit durch . Das Paket sichert das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent und weitet die sogenannte Mütterrente aus. Die Finanzierung allein dieser beiden Punkte belastet den Bundeshaushalt den Berechnungen zufolge bis zum Jahr 2039 mit fast 185 Milliarden Euro. In der Unionsfraktion hatte es vor allem von jüngeren Abgeordneten Kritik gegeben. Als Zugeständnis benannte die Fraktion nun den Vorsitzenden der sogenannten Jungen Gruppe, Pascal Reddig, als ihren Vertreter in der Kommission. Für die SPD-Fraktion ist dies die Abgeordnete Annika Klose, für die CSU sitzt Florian Dorn in dem Gremium. Reformierte Riester-Rente und Frühstartrente ab 2027 Zudem beschloss die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge, mit der die staatlich geförderte Riester-Rente abgelöst werden soll , und die Einführung einer Frühstartrente. Gemeint ist damit ein Altersvorsorgedepot für Kinder und Jugendliche, das der Staat mit monatlich zehn Euro bezuschussen soll. Die Vorlagen dazu stammen aus dem Bundesfinanzministerium von Lars Klingbeil (SPD). Beide Vorhaben sollen laut Bundesregierung im Januar 2027 beginnen. Die Riester-Rente sei "aktuell zu kompliziert und wird zu wenig genutzt", hieß es aus dem Finanzministerium. Sie werde daher reformiert und deutlich einfacher, günstiger und flexibler gestaltet. Geplant ist die Einführung eines Standardprodukts mit einem Kostendeckel bei 1,5 Prozent und einer höheren und proportional steigenden Grundzulage. Zudem soll sie eine höhere Rendite erlauben, da ein größerer Teil der Beiträge risikoorientiert angelegt werden kann, und ein Anbieterwechsel leichter möglich sein.