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11.02.2026
11:59 Uhr
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Der gewaltsame Tod eines Polizeioberkommissars im Saarland erschütterte bundesweit. Der angeklagte 19-Jährige muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Sechs Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten in Völklingen im Saarland hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Dem 19 Jahre alten Angeklagten werden Mord, versuchter Mord und besonders schwerer Raub vorgeworfen. "Das ist ein großer Prozessauftakt mit großem Medienandrang", sagte ein Gerichtssprecher. Zum Auftakt im Landgericht Saarbrücken waren alle Besucherplätze belegt, auch die Witwe des getöteten Polizisten war als Nebenklägerin anwesend. Der Angeklagte soll im August 2025 einen 34 Jahre alten Polizeioberkommissar getötet haben. Die Tat geschah bei einem Polizeieinsatz. Der Anklage zufolge soll der 19-Jährige mehrere Schüsse aus einer Dienstwaffe abgegeben haben, die er einem Kollegen des Opfers entrissen haben soll. Die Polizisten hatten den Mann nach einem mutmaßlichen Tankstellenraub fassen wollen. Der Angeklagte soll auf die Polizisten gefeuert haben, um seine Beteiligung an dem Überfall zu verdecken. Die Staatsanwaltschaft sieht zudem die Mordmerkmale der Grausamkeit und der Mordlust als gegeben an. Bei der Tat wurde zudem ein Polizeianwärter verletzt. Der Angeklagte werde im Prozess Angaben zur Person und zu den Vorwürfen machen, sagte der Verteidiger Michael Rehberger vor Beginn des Prozesses. Der 19-Jährige werde nicht bestreiten, geschossen zu haben. Aber ob es Mord oder Totschlag sei, werde der Prozess zeigen. Polizist von sechs Schüssen getroffen Nach der Tat im August hatte die Anklagebehörde mitgeteilt, dass der Polizeioberkommissar von sechs Schüssen getroffen worden und infolge von Blutverlust gestorben sei. Schussverletzungen seien unter anderem an Kopf und Rumpf festgestellt worden. Der Beschuldigte habe auch noch auf den Polizisten geschossen, als dieser am Boden gelegen habe, hieß es. Beim Überfall auf die Tankstelle soll der junge Mann laut Staatsanwaltschaft mit einem Besteckmesser mit abgerundeter Klinge bewaffnet gewesen sein. Er flüchtete zu Fuß und wurde von drei Polizisten verfolgt. Dabei wurde der Mann selbst verletzt und in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt. Die Deutsche Polizeigewerkschaft forderte zum Prozessauftakt in Saarbrücken eine konsequente Aufarbeitung des Falls. Am Ende müsse Gerechtigkeit für den Getöteten stehen, teilte der Landesverband der Gewerkschaft mit. Es handele sich um ein erschütterndes Verbrechen, das weit über den Einzelfall hinausgehe: "Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten ist längst kein Ausnahmephänomen mehr, sondern vielfach bittere Realität im täglichen Dienst." Sie müsse konsequent verfolgt und unmissverständlich sanktioniert werden. Da der Angeklagte als Heranwachsender gilt, findet der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts statt. Das Gericht hat zwölf Termine bis zum 14. April vorgesehen.