Zeit 18.01.2026
16:40 Uhr

Juristisches Staatsexamen: Muss das Jurastudium so hart sein?


Das juristische Staatsexamen ist für viele ein Albtraum. Studierende berichten von Angst, Einsamkeit, Depressionen. Was diese Prüfung so schwierig macht.

Juristisches Staatsexamen: Muss das Jurastudium so hart sein?
In dieser Folge von Und was macht die Uni? erzählt ZEIT-Campus-Autorin Pia Schreiber von ihrer aktuellen Recherche zu den Missständen im Jurastudium. Sie hat mit Absolvent:innen, Staatsanwält:innen und Richter:innen darüber gesprochen, wie die juristische Abschlussprüfung viele an ihre Grenzen bringt. Fast 30 Prozent der Kandidat:innen fallen im Schnitt durch ihre erste Examensprüfung. Der Leistungsdruck macht vielen Angst, manche macht er krank. Durchfall, Magengeschwüre, Haarausfall, Panikattacken und Hoffnungslosigkeit sind nur einige der Symptome, von denen angehende Jurist:innen Pia während der Recherche berichteten. "Viele haben mir geschildert, wie einsam sie in der Zeit ums Staatsexamen waren", erzählt sie im Podcast. Die Symptome seien klare Anzeichen von Stress und Dauerbelastung. Für viele habe das neben den körperlichen Beschwerden auch zu einer sozialen Isolation geführt, erklärt Pia. Auch das Umfeld habe oft geschockt auf den Zustand der angehenden Jurist:innen reagiert. So wie bei Nico, der eine Sprachnachricht geschickt hat: "Meine Mutter war total schockiert, wie ich aussah, und war kurz davor, einen Krankenwagen oder bei der Psychiatrie anzurufen." Trotzdem entscheiden sich viele junge Menschen weiterhin für ein Jurastudium. In Deutschland zählt Jura zu den Top-Studiengängen. Auch ZEIT-Redakteurin Pia Schreiber entschied sich dafür: "Es gibt keinen Lebensbereich, der nicht von Recht geregelt ist", sagt sie. Außerdem seien unter den Studierenden viele, die gerne Verantwortung übernehmen und die Gesellschaft mitgestalten wollen. Doch das Staatsexamen schrecke auch viele ab, mehr als zwei Drittel der Absolvent:innen würden das Studium nicht weiterempfehlen. "Es muss sich also dringend etwas ändern", sagt Pia. Wie das möglich wäre und warum die harte Prüfung aus Sicht mancher Studierender auch Vorteile hat, erzählt sie im Podcast. Und was macht die Uni? wird moderiert von Charlotte Köhler und Christoph Farkas. Die nächste Ausgabe erscheint am 10. Februar.