Zeit 21.11.2025
12:19 Uhr

Junge Großeltern: Sind Sie jung Oma geworden?


Mit 54 Jahren wird man in Deutschland laut Statistik das erste Mal Oma, mit 56 Opa. Erzählen Sie uns: War es nur Freude? Oder haben Sie mit der neuen Rolle auch gehadert?

Junge Großeltern: Sind Sie jung Oma geworden?
Wer Kinder hat, freut sich in der Regel darüber, wenn diese irgendwann selbst Kinder bekommen. Die Großelternrolle kann etwas sehr Erfüllendes sein. Die Beziehung zu den Enkelkindern ist eine ganz andere als die zu den eigenen Kindern, oft ist sie unbelasteter, entspannter, aber ums Kümmern geht es natürlich trotzdem. Nachvollziehbar also, wenn Menschen erst mal ein bisschen Zeit verstreichen lassen wollen zwischen dem Flüggewerden der eigenen Kinder und einem Leben als Oma oder Opa. Rund 20 Millionen Großeltern gibt es laut Deutschem Alterssurvey in Deutschland. Das ist knapp die Hälfte der Menschen zwischen 46 und 90. Das Bild von der gemütlichen Oma mit Kittelschürze und Dutt, die vor dem Kamin vor sich hin strickt und Kreuzworträtsel löst, entspringt allerdings eher der Fiktion von alten Kinderbüchern und -filmen als der Wirklichkeit. Männer sind bei der Geburt ihres ersten Enkelkindes im Durchschnitt fast 56, Frauen 53 Jahre alt. Das heißt, sie stehen in der Regel noch mitten im Berufsleben. Und dann ist an Sprüchen wie "50 ist das neue 30" ja tatsächlich etwas dran: Die Lebenserwartung der Menschen ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen, viele Menschen fühlen sich länger fit, länger jung und agil – jedenfalls noch nicht nach Oma oder Opa. In den Jahren jenseits der 50 haben viele Menschen das Gefühl, noch mal richtig durchstarten zu können, mit erwachsenen Kindern und neu gewonnener Freiheit. Was, wenn dann die Geburt eines Enkelkindes und die Ansprüche der eigenen Kinder dazwischenkommen? Was, wenn man das Gefühl hat, statt einen zweiten Frühling einläuten zu können, plötzlich wieder Windeln zu wechseln, auf Spielplätzen herumzuhängen und schreiende Kinder in Schach zu halten? Wir suchen Menschen, die früh Großmutter oder Großvater geworden sind. Uns interessieren Ihre Erfahrungen: Mit welchen Gefühlen sind Sie in die neue Rolle gestartet? War da nur Freude – oder auch der Gedanke: Ich will mich nicht schon wieder kümmern, meine Freiheit nicht einschränken lassen? Hatten Ihre Kinder Verständnis dafür, dass Sie die Großelternrolle in diesen Jahren nicht so umfänglich wahrnehmen konnten oder wollten, wie ältere Großeltern, die schon in Rente sind? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen über das Formular, in die Kommentare oder per Mail an community-redaktion@zeit.de . Ausgewählte Beiträge wollen wir bei der ZEIT veröffentlichen, auf Wunsch auch anonymisiert. Unsere Leserschaft bereichert unseren Journalismus. Hier finden Sie alle Stimmen-Texte.