Zeit 05.02.2026
12:19 Uhr

Jugendstrafrecht: Justizministerin für Verschärfung des Jugendstrafrechtes


Jugendstrafrecht: Justizministerin für Verschärfung des Jugendstrafrechtes
Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) hält angesichts zunehmender Gewaltkriminalität ein schärferes Jugendstrafrecht für geboten. Bei einer Debatte im Landtag warb sie für eine Reform. Es könne keine zwei Meinungen darüber geben, dass man handeln müsse. "Die Situation ist ernst", sagte die Ministerin. Es gebe immer mehr kriminelle Biografien schon im jungen Alter und Fälle, in denen die Jugendarbeit nichts mehr beheben könne. Ministerin hinterfragt Altersgrenze der Strafmündigkeit Geiert zufolge unterstützt Sachsen einen Vorschlag aus Bayern, auch kriminelle strafunmündige Kinder zur Verantwortung zu ziehen. Derzeit können Mädchen und Jungen im Alter von unter 14 strafrechtlich nicht belangt werden. Zudem geht es der Ministerin um eine Verschärfung des Strafrechts für 18- bis 21-Jährige, bei denen häufig noch nach dem milderen Jugendstrafrecht wird. Künftig soll das Erwachsenenstrafrecht die Regel sein und Jugendstrafrecht nur noch bei wenigen Ausnahmen gelten. CDU erhält Contra von BSW, SPD, Grünen und Linken Zuvor sprachen sich in einer Debatte nur Vertreter der CDU und AfD für eine Verschärfung des Jugendstrafrechts aus. Bei allen anderen Fraktionen stieß das auf Ablehnung, sie lehnten eine Herabsetzung der Strafmündigkeit von Kindern und ihre geschlossene Unterbringung ab. BSW-Politikerin Ines Biebrach fühlte sich nach eigenem Bekunden bei dem Thema an jemanden erinnert, der bei Zahnweh lieber Schmerztabletten nimmt, statt beim Zahnarzt das Übel an der Wurzel behandeln zu lassen. © dpa-infocom, dpa:260205-930-645937/1