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22.11.2025
05:08 Uhr
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Vertreter der 20 führenden Wirtschaftsnationen treffen sich heute in Südafrika. Kanzler Merz will den Gipfel für Krisengespräche über den Ukrainefriedensplan nutzen.

Im südafrikanischen Johannesburg beginnt am heutigen Samstag der zweitägige Gipfel der G20 -Staats- und Regierungschefs. Inhaltlich soll es unter anderem um die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika sowie Rohstoff- und Energiefragen gehen. Höchstwahrscheinlich wird auch der von den USA vorangetriebene Friedensplan für die Ukraine Thema sein. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und andere führende Staats- und Regierungschefs aus Europa werden am Rande des Gipfels in Johannesburg in Südafrika zu Krisengesprächen über den US-Vorstoß zusammenkommen. Das kündigten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa nach einem Gespräch mit Selenskyj an. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte im Vorfeld: "G20 bleibt für Deutschland ein wichtiges multilaterales Format zur Abstimmung mit führenden Industrie- und Schwellenländern." Die Bundesregierung wolle "G20 als Krisenreaktionsformat erhalten und auch weiterhin in der G20 an gemeinsamen globalen Lösungen" arbeiten. USA boykottieren den G20-Gipfel An dem Treffen am heutigen Samstag werden nach Angaben von EU-Beamten neben Merz und den EU-Spitzen die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Italien und Großbritannien teilnehmen. Zudem sind Irland, Finnland, die Niederlande, Spanien und Norwegen eingeladen, die in diesem Jahr als Gastländer beim Gipfel dabei sind. Die USA nehmen jedoch nicht einmal auf Beamtenebene an dem Gipfel teil. Trump hatte angekündigt, den Gipfel zu boykottieren , weil er der widerlegten Behauptung folgt, dass die schwarze Mehrheitsregierung des Gastgeberlandes die weiße Minderheit verfolgt. Der US-Präsident lehnt auch die Agenda des Gastgeberlandes ab, die Solidarität zu fördern und Entwicklungsländern dabei zu helfen, sich an Extremwetter anzupassen, auf saubere Energie umzusteigen und ihre überhöhten Schuldenkosten zu senken. Auch aus China, Russland, Argentinien, Mexiko und Saudi-Arabien reist kein Staats- oder Regierungschef an . Eine gemeinsame Abschlusserklärung gilt daher als unwahrscheinlich. Die G20 besteht aus 19 Ländern und zwei Regionalorganisationen. Ihre Mitglieder machen mehr als 80 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung aus.