Zeit 04.02.2026
17:33 Uhr

Jörg Dornau: Die fragwürdigen Geschäfte des Jörg Dornau


Der AfD-Abgeordnete Jörg Dornau ist an einer Zwiebelfarm in Belarus beteiligt. Vorwürfe gab es deshalb schon lange. Nun holte ihn der Zoll aus dem Landtag.

Jörg Dornau: Die fragwürdigen Geschäfte des Jörg Dornau
So hat eine Landtagssitzung in Sachsen noch nie begonnen. Am Mittwochmorgen holen in Dresden Saaldiener den AfD-Mann Jörg Dornau aus dem Plenarsaal, dann durchsuchen ihn Zollbeamte. Zuvor hatte der Landtag – ohne die Stimmen der AfD – Dornaus Immunität aufgehoben. Parallel durchsuchen Beamte seine Wohn- und Geschäftsräume in Mittelsachsen. Räume im Landtag und der Fraktion habe der Zoll nicht durchsucht, heißt es. Alles geschah offenbar zur großen Überraschung der AfD. Gerechnet habe man damit nicht, hört man aus der Fraktion. Es sind Szenen, die Jörg Dornau erneut ins Scheinwerferlicht rücken. Zuletzt war es ruhiger um den Abgeordneten aus Mittelsachsen geworden, alle Vorwürfe schienen an ihm abzuprallen. Hoch umstritten ist Dornau allerdings schon seit Jahren. Einerseits, weil er zu den radikalsten Vertretern der ohnehin extremen sächsischen AfD gehört. Der sächsische Verfassungsschutz stuft sie als gesichert rechtsextrem ein. Andererseits, weil seine Geschäfte in Belarus schon mehrmals für internationale Schlagzeilen und Empörung gesorgt haben. Dornau ist dort an einer Zwiebelfarm beteiligt. Deshalb ist er auch schon länger im Visier der Justiz. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig wieder gegen den AfD-Mann. Dieses Mal im Fokus: ein möglicher Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Dornau wird vorgeworfen, im Jahr 2022 gegen Sanktionsbestimmungen der EU verstoßen zu haben. Dabei geht es um ein Fahrzeug, einen sogenannten Teleskoplader, den er nach Belarus gebracht und dessen Transit er in Zolldokumenten verschleiert haben soll. In Belarus herrscht der Diktator Alexander Lukaschenko, die Europäische Union hat das Land mit Sanktionen belegt. Recherchen der Welt und des MDR hatten den möglichen Verstoß vor einiger Zeit enthüllt. An der Zwiebelfarm – dem Unternehmen Zybulka Bel – ist er seit mehreren Jahren beteiligt, zeitweise leitete er es nach eigenen Angaben auch als Direktor. Im August 2024 hatte Dornau ein Ordnungsgeld von mehr als 20.000 Euro zahlen müssen, weil er seine Tätigkeiten bei Zybulka Bel nicht dem Sächsischen Landtag gemeldet hatte.