Zeit 16.01.2026
11:26 Uhr

Jemen: Jemenitischer Ministerpräsident tritt zurück


Der Regierungschef im Jemen ist zurückgetreten. Der bisherige Außenminister wurde mit der Bildung ⁠einer neuen Regierung beauftragt.

Jemen: Jemenitischer Ministerpräsident tritt zurück
Der Ministerpräsident des Jemen , Salem ‌bin Breik, ist zurückgetreten. Damit wolle er "den Weg für die Bildung einer neuen Regierung ebnen". Er wird durch den bisherigen Außenminister Schaja Mohsen al-Saindani ersetzt, wie die ​staatliche Nachrichtenagentur Saba meldete. Der von ‍Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Präsidialrat ​nahm demnach das formell eingereichte ‌Rücktrittsgesuch an und beauftragte Al-Saindani mit der Bildung ⁠einer neuen Regierung. Der Jemen ist seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch gespalten. Der Norden des Landes wird von der vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Miliz kontrolliert, über den Süden des Landes herrscht ein fragmentiertes Regierungsbündnis. Sowohl der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte Südliche Übergangsrat als auch von Saudi-Arabien unterstützte Islamisten sind formal Teil der international anerkannten Regierung. Lange galten die beiden Golfstaaten im Jemen als Verbündete. Ihr gemeinsamer Gegner ist die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Norden des Jemen. Grund dafür sind Unabhängigkeitsbestrebungen des Südlichen Übergangsrats und die von ihm angestrebte Abspaltung südlicher Gebiete. Der von den Emiraten unterstützte Übergangsrat kämpft seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat im Südjemen, wie er bereits von 1967 bis 1990 bestand. Während die Vereinigten Arabischen Emirate im Jemen die Separatisten und deren Forderung nach einem unabhängigen Süden unterstützen, hält Saudi-Arabien zur jemenitischen Regierung und will die Einheit des Jemen erhalten.