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01.01.2026
04:21 Uhr
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Die Berliner Polizei hat bei Razzien Hunderttausende Pyroartikel beschlagnahmt und Krawallmacher festgenommen. Zwei 18-Jährige starben durch selbst gebautes Feuerwerk.

In der Silvesternacht sind in Bielefeld zwei Menschen durch Feuerwerkskörper getötet worden. Die beiden 18-Jährigen hätten an unterschiedlichen Orten selbst gebaute Pyrotechnik gezündet, teilte die Polizei mit. Dabei seien die Männer tödlich im Gesicht verletzt worden. Die Unfälle ereigneten sich unabhängig voneinander. Ein Vorfall passierte den Angaben zufolge auf einem Spielplatz. Um welche Pyrotechnik es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt. Nach Angaben der Beamten gab es in beiden Fällen zunächst keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Die Polizei ermittelt. In der Gemeinde Reddelich in der Nähe von Rostock verlor ein 14-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. Der Junge kam in der Silvesternacht mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Mehr als 300 Festnahmen in Berlin In Berlin hat die Polizei mehr als 300 Menschen wegen Missbrauchs von Feuerwerk vorläufig festgenommen. Es gehe in den meisten Fällen um Verstöße gegen Sprengstoffvorschriften, teilte die Polizei mit. Manche Menschen würden Raketen waagerecht durch die Gegend schießen und Böller auf andere werfen, sagte Polizeisprecher Florian Nath der Nachrichtenagentur dpa. 21 Polizisten seien leicht verletzt worden, viele davon durch Knalltraumata von Böllern, die nahe dem Kopf explodiert seien. Die Berliner Polizei war in dieser Silvesternacht mit einem Großaufgebot von 4.300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz, das sind 3.300 mehr als in normalen Nächten. Dazu kämen 1.600 Feuerwehrleute, sagte Innensenatorin Spranger. Die Böllerei und das Geschehen auf den Straßen seien besonders in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding ziemlich heftig, sagte Nath. In Neukölln in der Hermannstraße und in Moabit hätten Menschen mit Feuerwerksraketen und Böllern auf Einsatzkräfte geschossen und geworfen. In Spandau sollen Menschen durch die Explosion einer Kugelbombe verletzt worden sein. Der Alexanderplatz sei hingegen sehr ruhig, weil Feuerwerk dort verboten und der Bereich komplett abgesperrt sei, sagte Nath. Insgesamt habe sich die Nacht positiver und weniger problematisch entwickelt als in den vergangenen Jahren. "Wir haben keine schweren Verletzungen bei Kollegen und auch nicht bei feiernden Menschen. Und wir haben auch nicht so schwere Vorkommnisse und Sachbeschädigungen wie im letzten Jahr", sagte Nath in einer vorläufigen Bilanz. Einsatzkräfte fanden neue Kugelbomben Die Berliner Polizei hat bis zum Silvesterabend 220.000 Stück illegale, falsch gelagerte oder unzulässig verkaufte Pyrotechnik beschlagnahmt, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Ein großer Teil davon gehöre zur Kategorie F4, die nur von Experten mit Ausbildung und Genehmigung verwendet werden dürfe und für Amateure sehr gefährlich sei. Bei Durchsuchungen von Autos und einer Wohnung im Berliner Stadtgebiet stellte die Polizei nach eigenen Angaben auch Kugelbomben sicher. Vergangenes Jahr hatte es in der Silvesternacht Ausschreitungen und schwerwiegende Vorfälle mit Kugelbomben gegeben . Brand in Mehrfamilienhaus Im restlichen Teil Deutschlands befanden sich Polizei und Feuerwehr zum Jahreswechsel ebenfalls in Alarmbereitschaft. Im hessischen Marburg wurde nach Polizeiangaben bereits am Nachmittag ein Mensch bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus leicht verletzt. Ermittler vermuten, dass Feuerwerkskörper den Brand ausgelöst haben könnten. In Leipzig kam es in der Silvesternacht zu Zwischenfällen und Bränden. Nicht nur im für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz, sondern auch in der Leipziger Innenstadt gab es Feuer, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur dpa. Mülleimer brannten. Ein Toter in Rom durch Böllerexplosion Um ein mögliches Böllerverbot in Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen, nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Böllerangriffen auf Polizisten und Rettungskräfte gekommen war. Regelmäßig werden Menschen durch Pyrotechnik verletzt oder getötet. In den Niederlanden, wo ab dem neuen Jahr ein Böllerverbot gilt, ist die letzte Nacht mit erlaubten Feuerwerkskörpern eskaliert. In etlichen Städten musste die Polizei dort wegen Gewalt und Unglücken mit Pyrotechnik ausrücken. Es gab Gebäudebrände, Verletzte und Festnahmen. In der Großstadt Nijmegen an der deutschen Grenze kam ein Mensch bei einem Unglück mit einem Böller ums Leben. Die Notrufnummer in den Niederlanden war landesweit überlastet. Auch anderswo in Europa bereiteten illegale Feuerwerke Probleme. In der italienischen Hauptstadt Rom kam indes trotz eines Böllerverbots in der Silvesternacht ein Mann bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers ums Leben, den er offenbar selbst gezündet hatte. Nach Angaben der Rettungskräfte erlitt der Mann schwerste Verletzungen an Gesicht, Oberkörper und einer Hand. In Rom gilt vom letzten Tag des Jahres bis zum 7. Januar ein Verbot für Feuerwerk und Silvesterböller.