Zeit 05.03.2026
17:23 Uhr

Jagdrecht: Bundestag erleichtert den Abschuss von Wölfen


Der Bundestag hat den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen. Der Jagdverband begrüßt die Neuregelung, der Nabu appelliert an die Bundesländer, das Gesetz zu stoppen.

Jagdrecht: Bundestag erleichtert den Abschuss von Wölfen
Der Bundestag hat den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition und der AfD verabschiedeten die Abgeordneten eine Gesetzesänderung, die den Abschuss von Wölfen zum Schutz von Weidetieren erleichtern soll. Grüne und Linke stimmten dagegen. Bevor die Regelung in Kraft tritt, muss der Bundesrat zustimmen. Konkret dürfen die Bundesländer die Jagd künftig in Regionen erlauben, in denen sich der Wolf in einem günstigen Erhaltungszustand befindet. Als Jagdzeit ist der Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Oktober vorgesehen. Tiere, die zuvor Weidetiere getötet oder verletzt haben, dürfen sogar unabhängig von Erhaltungszustand und Jahreszeit abgeschossen werden. Außerdem können Länder Gebiete ausweisen, in denen Weidetiere besonders schwer zu schützen sind, etwa auf Almen oder Deichen. Der Deutsche Jagdverband begrüßte die Neuregelung. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sieht darin zumindest einen "kleinen Beitrag" zum Schutz von Schafen, Ziegen und Kälbern. Finanzielle Förderung für Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde soll es weiterhin geben. Der Naturschutzbund Nabu rief die Bundesländer auf, das Gesetz im Bundesrat zu stoppen. "Artenschutz darf in Deutschland nicht für aktionistische Symbolpolitik geopfert werden", sagte Nabu-Wolfsexpertin Marie Neuwald. Statt auf Abschüsse zu setzen, brauche es flächendeckenden Herdenschutz. Grüne und Linke üben Kritik Der Vorsitzende des Bundestags-Agrarausschusses, Hermann Färber ( CDU ), wies die Kritik zurück: "Das Leid von Weidetieren, die häufig im Blutrausch der Wölfe gerissen werden, hat mit Tierschutz nichts mehr zu tun." Die SPD -Abgeordnete Isabel Mackensen-Geis betonte, der Wolf bleibe trotz der Aufnahme ins Jagdgesetz eine geschützte Art. Der Grünenabgeordnete Harald Ebner warf der Koalition vor, jahrzehntelange Arbeit für den Artenschutz zunichtezumachen. Sascha Wagner von der Linken bezweifelte die Wirksamkeit der Neuregelung: Abschussquoten würden die Zahl der Risse nicht senken.