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10.02.2026
05:26 Uhr
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Bislang hat Russland die Technik für das einzige Kernkraftwerk in Armenien geliefert. Neue US-Exporte dürften den russischen Einfluss in dem Land nun weiter schwächen.

Armenien und die USA haben bei einem Besuch von US-Vizepräsident JD Vance in der armenischen Hauptstadt Jerewan eine milliardenschwere Kooperation in der Atomenergie vereinbart. Damit dringen die USA in eine Domäne Russlands vor, das bisher die Technik für das einzige Kernkraftwerk des Landes geliefert hat. "Dieses Abkommen wird ein neues Kapitel in der sich vertiefenden Energiepartnerschaft zwischen Armenien und den Vereinigten Staaten aufschlagen", sagte der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Das sogenannte 123-Abkommen ermöglicht es den USA, Nukleartechnologie und Ausrüstung rechtssicher nach Armenien zu exportieren. Vance bezifferte das Volumen der anfänglichen US-Exporte auf bis zu fünf Milliarden Dollar. Hinzu kämen langfristige Verträge für Brennstoff und Wartung im Wert von weiteren vier Milliarden Dollar. Die ehemalige Sowjetrepublik Armenien ist bei der Energieversorgung bislang stark von Russland und dem Iran abhängig. Die Regierung in Jerewan prüft derzeit Angebote für den Bau eines neuen Reaktors, der das veraltete, noch von Russland gebaute Kraftwerk Mezamor ersetzen soll. Die Angebote kommen aus den USA, Russland, China, Frankreich und Südkorea. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Das Abkommen gilt jedoch als wichtiger Schritt für eine mögliche US-Beteiligung, was den traditionell starken russischen Einfluss im Südkaukasus weiter schwächen dürfte. Friedensschluss unter Trumps Augen Der zweitägige Besuch von Vance folgt auf ein Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Unter den Augen von US-Präsident Donald Trump hatten die seit Jahrzehnten verfeindeten ehemaligen Sowjetrepubliken vergangenes Jahr Frieden geschlossen . Trumps Führung setzt auf ökonomischen Aufschwung in der geopolitisch wichtigen Region, zu der auch Iran und die Türkei gehören. Vance wirbt auch für die "Trump Route for International Peace and Prosperity" (TRIPP). Dieser geplante 43 Kilometer lange Korridor durch Südarmenien soll Aserbaidschan direkt mit seiner Exklave Nachitschewan und dem Verbündeten Türkei verbinden. Die Route würde Asien und Europa besser vernetzen und dabei Russland und den Iran umgehen. "Wir schaffen nicht nur Frieden für Armenien", sagte Vance. "Wir schaffen auch echten Wohlstand für Armenien und die Vereinigten Staaten gemeinsam." Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Jerewan wird Vance am Mittwoch und Donnerstag in Aserbaidschan erwartet.