Zeit 21.11.2025
16:36 Uhr

Israel: Reem Alabali Radovan kritisiert "Siedlerterrorismus" im Westjordanland


Die Bundesentwicklungsministerin hat das Vorgehen von Siedlern in Israel heftig kritisiert. Die SPD-Politikerin sprach von einem der größten Hindernisse für den Frieden.

Israel: Reem Alabali Radovan kritisiert
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) hat die Gewaltvorfälle jüdischer Siedler im Westjordanland "aufs Schärfste" verurteilt: "Der Siedlerterrorismus im Westjordanland und in Ostjerusalem gehört mit zu den größten Hindernissen für Frieden im Nahen Osten." Der drastische Anstieg von Angriffen israelischer Siedler auf Palästinenserinnen und Palästinenser in den vergangenen Wochen sei "besonders erschütternd", fügte sie hinzu. Vielerorts könnten Palästinenserinnen und Palästinenser ihre Oliven nicht mehr ernten, wodurch ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage bedroht sei. "Die Opfer sind diesen Angriffen häufig schutzlos ausgeliefert." Das UN-Menschenrechtsbüro hatte jüngst zunehmende Gewalt gegen Palästinenser beklagt . Im Westjordanland hatte es zuletzt mehrere Fälle von Gewalt zwischen Siedlern und palästinensischen Einwohnern gegeben. "Die israelische Regierung ist in der Pflicht, entschlossen gegen diese Gewaltverbrechen vorzugehen – vor Ort und vor Gericht – und die Prinzipien des Rechtsstaates glaubwürdig durchzusetzen", sagte Alabali Radovan. Israel erörtert offenbar Gewalt israelischer Siedler im Westjordanland Indes hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit hohen Sicherheitsbeamten, Militärs und Geheimdienstlern über die zunehmende Gewalt israelischer Siedler im Westjordanland gesprochen. Dabei hätten sie auch über Vorschläge beraten, wie die Gewalt eingedämmt werden kann, sagte ein Sprecher der israelischen Regierung der Nachrichtenagentur AP. Demnach sollen unter anderem Siedler zur Teilnahme an Bildungsprogrammen bewegt werden. Ein weiteres Treffen dieser Art sei geplant. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros wurden allein im Oktober mehr als 260 Angriffe von israelischen Siedlern auf Palästinenser und deren Eigentum registriert. Das seien mehr als in jedem einzelnen Monat seit 2006. Netanjahu hatte die Gewalt vor wenigen Tagen erstmals öffentlich kritisiert und zugesagt, dagegen vorzugehen. Seit dem Überfall der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel wurden laut der Gesundheitsbehörde in Ramallah mindestens 1.007 Palästinenser im Westjordanland getötet. Darunter sind demnach auch bewaffnete Angreifer. Im gleichen Zeitraum wurden nach israelischen Angaben mindestens 44 Israelis bei palästinensischen Anschlägen getötet.