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04.12.2025
19:52 Uhr
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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einen neuen Chef für den Auslandsgeheimdienst Mossad vorgeschlagen. Dabei verfügt Roman Gofman über keinerlei Erfahrung.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Roman Gofman als neuen Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad vorgeschlagen. Das teilte das Büro des Regierungschefs mit. Generalmajor Gofman, der keine Geheimdienst-Erfahrung vorweisen kann, soll demnach die Nachfolge des derzeitigen Mossad-Chefs David Barnea antreten, dessen fünfjährige Amtszeit im Juni 2026 endet. Mit Gofman nominiert Netanjahu einen weiteren Mann, der seinen nationalistischen Ideen nahesteht. Zuvor hatte Netanjahu den umstrittenen Generalmajor David Zini von der ultrarechten zionistischen Bewegung zum neuen Chef des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet ernannt. Sowohl Gofman als auch Zini verfügen über keine Erfahrung in dem Dienst, den sie übernehmen sollen. Gofman studierte in illegaler Siedlung im Westjordanland Gofman stammt aus Belarus und wanderte im Alter von 14 Jahren nach Israel ein. Nachdem er beim Angriff der Terrorgruppe Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verletzt wurde, berief Netanjahu ihn in sein Kabinett. Gofman studierte an der Talmudschule von Ely, einer führenden Institution des religiösen Rechtszionismus in der gleichnamigen Siedlung im von Israel besetzten Westjordanland. Die israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten sind nach internationalem Recht illegal. Der Mossad gilt als einer der besten Auslandsgeheimdienste der Welt. Das Versagen der israelischen Sicherheitskräfte am 7. Oktober 2023 hatte für den Mossad keine Konsequenzen, da der Auslandsgeheimdienst nicht mit den palästinensischen Gebieten beschäftigt ist. Die damaligen Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und des Militärgeheimdienstes Aman waren hingegen zurückgetreten, nachdem sie die Verantwortung übernommen hatten.